Erstmalig 2016 der Österreichische Buchpreis, der zwei Kategorien hat, Teil 1

Felicitas Schubert

Wien (Weltexpresso) - Der Deutsche Buchpreis, der ja erst im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde und von dem man heute glaubt, es habe ihn schon immer gegeben, einfach, weil eine solche Preisvergabe einsichtig ist, hatte unmittelbar den Schweizer Buchpreis nach sich gezogen, dem nun dieses Jahr auch ein speziell für Österreich geltender Buchrpreis folgt.

Ausgangspunkt für alle Preise ist die Erstveröffentlichung auf Deutsch. Dann geht der Deutsche Buchpreis am weitesten, weil er alle drei deutschprachigen Länder, eigentlich vier mit Luxemburg, gleichberechtigt sein läßt, das heißt, nicht nur alle Frauen und Männer, die schreiben, sondern auch alle Verlage, die auf Deutsch veröffentlichen. Und gleichzeitig ist Deutschland hier am engsten, denn es akzeptiert nur Romane, keine andere Prosaform wie Kurzgeschichten und schon gar keine Form, die nicht Prosa wäre. Österreich hat gegenüber der Schweiz, die mit einer Fünferliste den Schweizer Buchpreis einleitet, der Kurzgeschichten zuläßt,  zum einen in der Zahl der Anwärter auf den Buchpreis eine Liste mit zehn Titeln und Autorennamen zu bieten, gegenüber 20 in Deutschland, aber hat auch zusätzlich einen Debütpreis geschaffen, wobei wir nicht wissen, wie das wäre, wenn beide zusammenfallen, was ja denkbar ist: Debütpreis und Hauptpreis. Vor allem aber ist im Österreichischen Buchpreis alles an literarischen Formen enthalten, nicht nur Belletristik und nicht nur Prosa.


Auf jeden Fall sind nun dieTitel für den Österreichischen Buchpreis nominiert: Die Jury hat zehn Bücher für die lange Liste sowie drei Romane für die kurze Liste des Debütpreises ausgewählt. Den Leser interessieren dabei nicht nur die Ausgewählten, sondern die Gesamtprozedur: Seit Ausschreibungsbeginn haben die fünf Jurymitglieder insgesamt 119 belletristische, essayistische, lyrische und dramatische Werke gesichtet, die zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 11. Oktober 2016 erschienen sind oder noch erscheinen.



Die für den Österreichischen Buchpreis nominierten Titel (in alphabetischer Reihenfolge):

•    Ann Cotten: Verbannt! (Suhrkamp)
•    Daniela Emminger: Gemischter Satz (Czernin Verlag)
•    Sabine Gruber: Daldossi oder Das Leben des Augenblicks (C. H. Beck)
•    Peter Henisch: Suchbild mit Katze (Deuticke Verlag)
•    Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer)
•    Michael Köhlmeier: Das Mädchen mit dem Fingerhut (Carl Hanser Verlag)
•    Friederike Mayröcker: fleurs (Suhrkamp)
•    Anna Mitgutsch: Die Annäherung (Luchterhand Literaturverlag)
•    Kathrin Röggla: Nachtsendung (S. Fischer)
•    Peter Waterhouse: Die Auswandernden (starfruit publications)



Die für den Debütpreis nominierten Titel (in alphabetischer Reihenfolge):


•    Sacha Batthyany: Und was hat das mit mir zu tun? (Kiepenheuer & Witsch)
•    Friederike Gösweiner: Traurige Freiheit (Literaturverlag Droschl)
•    Katharina Winkler: Blauschmuck (Suhrkamp)

 

Stimmen zur Einführung

Kulturminister Thomas Drozda: „Im November 2016 wird der Österreichische Buchpreis erstmals vergeben. Mit der nun vorliegenden Longlist und der Shortlist für den Debütpreis steht eine beachtliche Auswahl zur Verfügung, in der sich die große stilistische, formale und inhaltliche Bandbreite der österreichischen Gegenwartsliteratur widerspiegelt. Für das Lesepublikum gibt es mit dieser nachdrücklichen Lektüreempfehlung unserer Jury vieles zu entdecken – ich wünsche den Leserinnen und Lesern schon jetzt spannende Stunden mit den nominierten Titeln.“

Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels: „Schon die Anzahl der Einreichungen hat unsere Erwartungen übertroffen. Die Vielfalt der Longlist, die Breite der Themen und formalen Ansätze zeigen nun das Spektrum der österreichischen Literatur und das hervorragende Können der österreichischen Autorinnen und Autoren. Ich bedanke mich bei der Jury für die großartige Arbeit, wir dürfen auf die Entscheidung über den Österreichischen Buchpreis am 8. November gespannt sein!“

AK-Präsident Rudolf Kaske: „Es ist ein zentrales Anliegen der Arbeiterkammer Wien, die Vielfältigkeit der kulturellen Aktivitäten in den verschiedenen Künsten zu unterstützen und damit auch das Augenmerk ihrer Mitglieder auf aktuelle Ereignisse in diesem Bereich zu lenken. Daher freut es mich ganz besonders, dass die AK Wien, die als einer der drei Kooperationspartner an der Ausrichtung des neu geschaffenen Österreichischen Buchpreises beteiligt ist, das Sponsoring der drei Preise für die vielversprechendsten literarischen Debüts übernommen hat. Die drei aus allen Einreichungen für den Debütpreis nominierten AutorInnen Sacha Batthyany, Friederike Gösweiner und Katharina Winkler zeigen mit ihren literarischen Erstlingen auf spannende Weise die thematische und sprachlich-stilistische Heterogenität zeitgenössischer gesellschaftsrelevanter Literatur.“

 

Jury und Terminierungen

Der Jury für den Österreichischen Buchpreis 2016 gehören an: Klaus Amann (Germanist), Sandra Kegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Kurt Reissnegger (Ö1), Rotraut Schöberl (Buchhandlung Leporello) und Brigitte Schwens-Harrant (Die Furche).



Bekanntgabe der kurzen Liste am 11. Oktober

In einem nächsten Schritt wählen die JurorInnen aus den Titeln der langen Liste fünf Titel für die kurze Liste des Österreichischen Buchpreises aus, die am 11. Oktober 2016 im Rahmen der Pressekonferenz zur BUCH WIEN 16 veröffentlicht wird.



Preisverleihung zum Auftakt der BUCH WIEN 16 am 8. November

Erst am Abend der Preisverleihung am 8. November 2016 erfahren die fünf AutorInnen der kurzen Liste sowie die drei AutorInnen der Debütpreis-liste, wem der Österreichische Buchpreis und der Debütpreis zuerkannt werden. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger erhält 20.000 Euro; die vier anderen FinalistInnen jeweils 2.500 Euro. Der Debütpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die beiden weiteren Debütpreis-FinalistInnen bekommen ebenfalls 2.500 Euro.

Der Österreichische Buchpreis wird heuer erstmals vom Bundeskanzleramt der Republik Österreich, dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer Wien ausgerichtet.



Broschüre zum Österreichischen Buchpreis

Anlässlich der Bekanntgabe der Longlist sowie der Debütpreis-Shortlist erscheint eine Broschüre, die in österreichischen Buchhandlungen ab dem 6. September aufliegt und in der die nominierten Titel mit ausführlichen Leseproben präsentiert werden.

 

Foto:

V.l.n.r.: Brigitte Schwens-Harrant, Kurt Reissnegger, Sandra Kegel, Rotraut Schöberl und Klaus Amann  © Katharina Roßboth

Info:
Weitere Informationen zum Österreichischen Buchpreis 2016 finden Sie unter oesterreichischer-buchpreis.at.
www.buecher.at