Bildschirmfoto 2019 04 14 um 02.30.42YUSUF BIN ALAWI, Außenminister von Jordanien  

Jacques Ungar

Tel Aviv (Weltexpresso) - An der Regionaltagung des Weltwirtschaftsforums standen auf der jordanischen Seite des Toten Meeres eindeutig politische und weniger Wirtschaftsthemen im Vordergrund. Unter den politischen Voten stach dasjenige von Außenministers Yusuf bin Alawi hervor.

Der Vertreter des Landes tanzte nämlich insofern aus der Reihe der arabischen Gesamtdoktrin, als er die Palästinenser aufforderte,­ den Israeli die Existenzangst zu nehmen. Mit seinem Appell an die Palästinenser, Israel zu versichern, dass es im Nahen Osten nicht bedroht sei, provozierte er nämlich den Protest seines jordanischen Amtskollegen Ayman Safadi.

Als Reaktion auf die Forderung bin Alawis an die Palästinenser, den Israeli das Gefühl zu nehmen, bedroht zu sein, meldete der Jordanier sich zu Wort. Unter Applaus der meisten Anwesenden meinte Safadi, das wirkliche Problem sei, ob die israe­lische Besetzungspolitik ihr Ende finden würde. Die jüngste vorsichtige Annäherung zwischen Israel und einigen Golfstaaten wurde ge­­fördert durch die sich vertiefenden Rivalitäten zwischen regionalen Lagern. An deren Spitzen stehen Saudi-Arabien und Iran.

Im Oktober machte Israels Regierungschef Netanyahu­ eine überraschende Visite in Oman, und israelische Offizielle haben in den vergangenen Monaten die Vereinigten Arabischen Emirate besucht. – Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, doch die offizielle Schützenhilfe, die der omanische Aussenminister auf offener Bühne und trotz der Opposition anderer Anwesenden Israel geleistet hat, lässt aufhorchen.

Foto:
© tachles

Info:
Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 12. April  2019