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Kategorie: Film & Fernsehen
mitlangenNachtrag: Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 8. Januar 2026, Teil 18

Redaktion

Berlin (Weltexpresso) - Die musikalischen Elemente für SONG SUNG BLUE zu entwickeln, war wohl die schwierigste und wichtigste Aufgabe des Films. Es war ein anspruchsvoller Prozess, bei dem aus Neil Diamonds umfangreicher Diskografie Stücke ausgewählt und arrangiert werden mussten, die sowohl dem Geist der Werke des Sängers als auch der Entwicklung von Mike und Claire gerecht wurden. „Es sollte sich echt anfühlen und die richtige emotionale Note und Energie für die Geschichte treffen“, erklärt Scott Bomar, der als Executive Music Producer an SONG SUNG BLUE mitgewirkt hat. Seit Hustle & Flow von 2005 hat Bomar alle Filme von Brewer unterstützt.

„Jeder Song im Film hat sowohl textlich als auch in der filmischen Umsetzung eine besondere thematische Bedeutung.“ Brewer war schon lange ein Fan von Diamonds Werken. Während er das Drehbuch schrieb, wandte er sich den so wohlbekannten Songs erneut zu und begann, eine Playlist zusammenzustellen. Jedes darauf enthaltene Lied musste zu bestimmten Szenen passen oder Momente widerspiegeln, die sich Brewer in einem Trailer zum Film vorstellen konnte. „Ich hatte das Gefühl, dass es einen ganz klaren Weg für Neil Diamonds Musik geben musste“, sagt Brewer. „Ich wollte nicht sofort mit Sweet Caroline anfangen. Stattdessen dachte ich: Wie können wir in diese Geschichte einsteigen und sie musikalisch in den Stücken verankern? Das Ziel war es, eine gewisse Fixierung herzustellen, die aber zugleich zur Erzählung und Entwicklung passt.“

Die richtigen Songs auszuwählen, fühlte sich zuweilen an, als würde man vom Blitz getroffen, so eng war die spirituelle und musikalische Verbindung zur Liebesgeschichte der Sardinas.
„Ich werde nie vergessen, wie ich den Song Play Me hörte und dachte, dass sie sich zu diesem Lied verlieben“, erinnert sich Brewer. „In der dritten Strophe kommen diese Zeilen vor: ‚So it was that I came to travel upon a road that was thorned and narrow, another place, another grace would save me.‘ Ich war völlig begeistert, denn textlich entspricht das ganz genau dem, was beide in diesem Moment erleben.“

Tatsächlich erklingt das Lied schon früh im Film in Claires Wohnzimmer. Sie beginnt mit Mike zu jammen, und dabei springt der Funke einer fast kosmischen Verbundenheit über –
zwischen zwei Musiker*innen, aber auch zwischen zwei Menschen in ihrer Lebensmitte, die vielleicht gerade eine echte Seelenverwandtschaft finden. Damit die Szene im Film  funktionierte, waren intensive Rücksprachen mit Bomar nötig. Am Ende entstand ein Augenblick, der einerseits natürlich, andererseits wie ein großer Kinomoment wirkte. „Es beginnt mit einem wunderschönen Akustikgitarrenriff, dann setzen Streicher ein. Ich fragte Scott, ob ich mit meinem Casio-Keyboard einige der Streicherelemente spielen könnte, um den Eindruck zu erwecken, dass sich langsam ein Beat entwickelt“, erinnert sich Brewer. „Es sollte nicht nur um die Liebe zueinander gehen, sondern auch um die Liebe zur Musik.“

Tatsächlich finden beide plötzlich einen gemeinsamen Rhythmus, und während das Arrangement sich über das Zimmer hinaus entfaltet, ist es nicht nur ein Lied, das Claire und Mike teilen – es ist möglicherweise auch ein Leben. „Ursprünglich hat Neil den Song allein gesungen, aber wir arrangierten ihn als Duett für Mike und Claire“, sagt Bomar. „Sie spielt außerdem den Drumbeat auf ihrem Casio-Keyboard und die Streicherklänge. Als wir zur Montage übergehen, setzen echte Streicher ein, die mit denen aus ihrem Keyboard verschmelzen. Das Ergebnis ist einfach überwältigend.“

Die Inspiration für andere Songs wiederum lieferten reale Momente aus Mikes und Claires Leben. Forever in Blue Jeans beispielsweise singt Eddie Vedder (Leadsänger der Band „Pearl
Jam“ und bekennender Fan von „Lightning & Thunder“) im Film gemeinsam mit Mike auf der Bühne – genau wie es auch im wirklichen Leben geschehen ist. Brewer erinnert sich, dass er nach einem Neil-Diamond-Song suchte, der Mike dazu inspirieren könnte, selbst die Legende auf der Bühne zu verkörpern. Ein Lied, das diesen fernen Traum auslöst. „Ich habe mir Aufnahmen angesehen, in denen Mike Sardina vor alten Damen in einer Art Senioren-Club auftrat. Mit seinem Schritt fast direkt vor ihren Gesichtern sang er: ‚You make me sing like a guitar hummin’‘ – und die Ladys schrien sich die Kehlen aus dem Leib“, sagt Brewer. „Ich dachte, dass dies dann wohl der Song sein muss, den er bei sich zu Hause in Unterwäsche singt.“

Sweet Caroline, der bekannteste Song von Neil Diamond, wird im Film letzten Endes häufiger erwähnt als tatsächlich gesungen. Anstatt mit dem Hit einzusteigen, den jeder kennt, wollte
Brewer ihn so verwenden, wie es sich für ein solch legendäres Stück gehört: „Wie kann ich den Song, auf den im Grunde jeder wartet, am besten einbauen? Wie kann ich die Spannung
für Sweet Caroline aufrechterhalten und dann, wenn er erklingt, die Erwartungen auch wirklich erfüllen?“

Bevor die Dreharbeiten begannen, kümmerten sich Brewer und Bomar in Memphis um die Vorabaufnahmen der gesamten Musik für den Film. An diesem Prozess war eine ganze Reihe
weltbekannter Musiker*innen beteiligt. Darunter waren auch solche, die direkt mit Diamond zusammengearbeitet hatten – etwa Richard Bennett, der nicht nur jahrzehntelang mit dem
Musiker auf Tournee war, sondern auch als Co-Autor und Gitarrist an Forever in Blue Jeans mitgewirkt hatte. „Die Musik sollte die Originalversionen von Neil würdigen, aber auch die Art und Weise, wie „Lightning & Thunder“ sie gespielt hätten“, sagt Bomar. „Ich habe die Dokumentation von 2008, auf der unser Film basiert, zur gleichen Zeit wie Craig gesehen. Ich war mit der Geschichte und der Atmosphäre der Band also schon vertraut. Ich schaute sie noch einige Male an und recherchierte auch selbst über die Band.“

Nach der Aufzeichnung der Instrumentalstücke nahmen Jackman und Hudson ihre Gesangsstimmen auf. Dieser Vorgang stellte sich nicht nur für ihre Darstellung von „Lightning & Thunder“, sondern auch für die von Mike und Claire als überaus hilfreich heraus. „Wir hatten vor den Dreharbeiten kaum Zeit zum Proben. Wir haben das Drehbuch zwar ein paar Mal durchgelesen, aber eigentlich haben Kate und Hugh erst während der gemeinsamen Aufnahmen begonnen, sich einander und ihre Rollen besser kennenzulernen“, sagt Brewer. „Die Zeit, die sie gemeinsam beim Singen verbracht haben, hat wesentlich zu der Chemie beigetragen, die zwischen den beiden vor der Kamera herrschte. Sie hatten großes Vertrauen zueinander und es wirkte so, als würden sie sich schon seit Jahrzehnten kennen.“

Foto:
©Verleih


Info:
STAB
Regie CRAIG BREWER
Drehbuch CRAIG BREWER
Nach dem Dokumentarfilm von GREG KOHS

BESETZUNG
Rolle Schauspieler*in Synchronstimme
Mike/Lightning HUGH JACKMAN Thomas Nero Wolff
Claire/Thunder KATE HUDSON Bianca Krahl
Mark Shurilla MICHAEL IMPERIOLI Viktor Neumann
Rachel ELLA ANDERSON Nisha Wunder
Angelina KING PRINCESS Franziska Trunte
Sex Machine MUSTAFA SHAKIR Tobias Schmitz
Dayna HUDSON HENSLEY Atreju Marti
Eddie Vedder JOHN BECKWITH Oscar Hoppe
Dr. Dave Watson FISHER STEVENS Hans Hohlbein
Tom D’Amato JIM BELUSHI Joachim Tennstedt

TECHNISCHE DATEN
Hauptfilm: SONG SUNG BLUE
Bildformat: Flat 2D
Tonformat: Dolby 5.1, 7.1, Atmos
Sprachfassungen: GV, OV & OmU
Laufzeit: 132 Min 36 Sek
Motionchair: N/A
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren, FF
Deskriptoren: Gewalt, Bedrohung, Verletzung
Barrierefrei: G&S
Credit Offset: 02:06:42:00

Abdruck aus dem Presseheft