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Kategorie: Film & Fernsehen
sangershausenParalell zur Berlinale finden in Berlin diese Preisverleihungen statt

Romana Reich

Berlin (Weltexpresso) - „Rote Sterne überm Feld“, „In die Sonne schauen“ sowie „Chaos und Stille“ gehören zu den Favoriten der vier Fachjurys. Zum ersten Mal werden auch Preise in den Kategorien Bestes Kostümbild und Bestes Szenenbild vergeben.

Mit Enthusiasmus und Fachkenntnis sichteten 14 Mitglieder des Verbandes der deutschen Filmkritik (VdFk) auf vier Jurys verteilt die Beiträge des Kinojahres 2025. Neben allen deutschen Kinostarts zählen auch Festivalerfolge des vergangenen Jahres dazu, darunter zahlreiche dokumentarische und experimentelle Filme sowie Kurzfilme. Zum ersten Mal werden die Gewerke Szenenbild und Kostümbild mit einem eigenen Preis bedacht. 35 nominierte Filme und Einzelleistungen konkurrieren somit um die 14 Preise, die am 15. Februar 2026 in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz vergeben werden.

Die größten Chancen auf einen Preis kann sich Laura Laabs Debütfilm „Rote Sterne überm Feld“ ausrechnen. Mit sieben Nominierungen steht ihr geschichtsbewusstes Montage-Kino, das im vergangenen Januar bereits den Max Ophüls Preis der Filmkritik gewann, an der Spitze der Nominierten-Liste. Knapp dahinter folgt „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski mit sechs Nominierungen, darunter jene für den besten Spielfilm. Schilinskis Cannes-Erfolg über politische Zeitenwenden auf einem Vierseithof in der Altmark wurde erst kürzlich zum deutschen Beitrag für die Academy Awards gekürt.

Als große Überraschung geht Anatol Schusters Spielfilm „Chaos und Stille“ mit vier Nominierungen ins Rennen. Das offen gestaltete Kammerspiel über Selbstverwirklichung in kapitalistischen Zwängen ist unter anderem für beide Schauspielpreise nominiert. Zu den weiteren Favoriten der VdFk-Jurys gehören Willy Hans' „Der Fleck“, „Miroirs No. 3“ von Christian Petzold und „Sehnsucht in Sangerhausen“ von Julian Radlmaier mit jeweils drei Nominierungen.

Mit „Palliativstation“ von Philipp Döring und „Stille Beobachter“ von Eliza Petkova wurden auch zwei Dokumentarfilme mehrfach nominiert. Neben dem Preis für den Besten Dokumentarfilm können sie auf den Preis für Beste Musik („Stille Beobachter“) bzw. Beste Montage („Palliativstation“) hoffen.

Zu den weiteren Nominierungen zählen Beiträge von Marcus H. Rosenmüller („Pumuckl und das große Missverständnis“), Heinz Emigholz („Ecce Mole“), Ina Weisse („Zikaden“), Ali Samadi Ahadi („Sieben Tage“) oder Tim Fehlbaum („September 5“). Ebenfalls nominiert ist der letzte Film des kürzlich verstorbenen Filmemachers Rosa von Praunheim. In dem autobiografisch geprägten Film „Satanische Sau“ spielt Armin Dallapiccola den Regisseur selbst und wurde dafür als bester Darsteller nominiert.

In der über 60-jährigen Geschichte des Preises der deutschen Filmkritik werden zum ersten Mal Preise in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümbild verliehen. Wie die Nominierungen zeigen, sind diese Gewerke meist weiblich geprägt. Der VdFk möchte damit die Arbeit von Frauen und FLINTA*-Personen in der Filmbranche sichtbarer machen.

Die Verleihung des Preises der deutschen Filmkritik 2025 findet am Sonntag, den 15. Februar, in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt. Große Unterstützung erhält der VdFk dabei von der Agentur Barbarella Entertainment.


Die Nominierungen im Überblick:

BESTER SPIELFILM

In die Sonne schauen (Regie: Mascha Schilinski)
Sehnsucht in Sangerhausen (Regie: Julian Radlmaier)
September 5 (Regie: Tim Fehlbaum)
Sieben Tage (Regie: Ali Samadi Ahadi)
Zikaden (Regie: Ina Weisse)


BESTES SPIELFILMDEBÜT

Der Fleck (Regie: Willy Hans)
Milch ins Feuer (Regie: Justine Bauer)
Mit der Faust in die Welt schlagen (Regie: Constanze Klaue)
Raumteiler (Regie: Florian Schmitz)
Rote Sterne überm Feld (Regie: Laura Laabs)


BESTER DOKUMENTARFILM

Active Vocabulary (Regie: Yulia Lokshina)
Nonkonform (Regie: Arne Körner)
Palliativstation (Regie: Philipp Döring)
Stille Beobachter (Regie: Eliza Petkova)
Soldaten des Lichts (Regie: Julian Vogel, Johannes Büttner)


BESTER KINDERFILM

Grüße vom Mars (Regie: Sarah Winkenstette)
Pumuckl und das große Missverständnis (Regie: Marcus H. Rosenmüller)
Zirkuskind (Regie: Anna Koch, Julia Lemke)


BESTER KURZFILM

Dog (Regie: Marieke de Zwaan)
Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben (Regie: Andreas Grützner)
Machine Boys (Regie: Karimah Ashadu)


BESTER EXPERIMENTALFILM

Ecce Mole (Regie: Heinz Emigholz)
Les Rites de Passage (Regie: Florian Fischer, Andreas Krell)
Overwork (Regie: Céline Berger)


BESTE DARSTELLERIN

Das gesamte Ensemble (In die Sonne schauen)
Hannah Ehrlichmann (Rote Sterne überm Feld)
Nina Hoss (Zikaden)
Devrim Lingnau (Hysteria)
Sabine Timoteo (Chaos und Stille)


BESTER DARSTELLER

Armin Dallapiccola (Satanische Sau)
Tilman Döbler, Camille Loup Moltzen (Mit der Faust in die Welt schlagen)
Leo-Konrad Kuhn (Der Fleck)
Enno Trebs (Miroirs No. 3)
Anton von Lucke (Chaos und Stille)


BESTES DREHBUCH

In die Sonne schauen (Louise Peter, Mascha Schilinski)
Rote Sterne überm Feld (Laura Laabs)
Sehnsucht in Sangerhausen (Julian Radlmaier)
Sieben Tage (Mohammad Rasoulof)
Was Marielle weiß (Frédéric Hambalek)


BESTE KAMERA

Chaos und Stille (Julian Krubasik)
Der Fleck (Paul Spengemann)
In die Sonne schauen (Fabian Gamper)
Miroirs No. 3 (Hans Fromm)
September 5 (Markus Förderer)


BESTE MUSIK

Chaos und Stille (Henrik Ajax)
Kein Tier. So Wild. (Dascha Dauenhauer)
Rave On (Ed Davenport, John Gürtler)
Rote Sterne überm Feld (Lukas Lauermann)
Stille Beobachter (Adam Goodwin, Anil Eraslan, Jung-Jae Kim, Lukas Akintaya, Shingo Masuda)


BESTE MONTAGE

In die Sonne schauen (Evelyn Rack)
Milch ins Feuer (Justine Bauer, Semih Korhan Güner)
Palliativstation (Philipp Döring)
Rote Sterne überm Feld (Emma Gräf)
Sehnsucht in Sangerhausen (Julian Radlmaier)


BESTES SZENENBILD

In die Sonne schauen (Cosima Vellenzer)
Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes (Renate Schmaderer)
Miroirs No. 3 (K.D. Gruber)
Rote Sterne überm Feld (Dominik Kremerskothen)
Überall gibt es ein Hausen (wtp-kollektiv)


BESTES KOSTÜMBILD

Die Tagebücher von Adam und Eva (Chiara Minchio)
Kein Tier. So Wild. (Katarzyna Lewińska)
Köln 75 (Aleksandra Staszko)
Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes (Esther Amuser)
Rote Sterne überm Feld (Sophie Peters)



Jurymitglieder Preis der deutschen Filmkritik 2025:


SPIELFILM UND EINZELLEISTUNGEN

Silvia Bahl, Joachim Kurz, Kamil Moll, Britta Schmeis, Bettina Maria Schuler

DOKUMENTARFILM

Silvia Hallensleben, Jan-Philipp Kohlmann, Tilman Schumacher

KURZ- & EXPERIMENTALFILM

Lucas Barwenczik, Maja Roth, Teresa Vena

KINDERFILM

Katrin Hoffmann, Konstantin Marx, Bianka Piringer

Foto:
Sehnsucht in Sangerhausen (Regie: Julian Radlmaier)
©Verleih

Info:
VdFk – Verband der deutschen Filmkritik e.V. – www.vdfk.de
Büro: Strelitzer Str. 4, 10115 Berlin – Tel +49 177 276 76 37
Postanschrift: VdFk - Verband der deutschen Filmkritik, Postfach 58 01 29, 10411 Berlin