wird vom Frankfurter Oberbürgermeister Josef an Salomon Korn verliehenRedaktion
Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Oberbürgermeister Mike Josef hat Salomon Korn mit dem Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen einer Feierstunde verliehen. Josef würdigte Korn als eine der prägenden Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Frankfurt und in Deutschland.
„Mit Salomon Korn ehren wir einen Menschen, der wie kaum ein anderer für Verständigung, Verantwortung und Haltung steht“, sagte Josef. Korn verbinde biografische Erfahrung, intellektuelle Klarheit und gesellschaftliches Engagement in besonderer Weise. „Sein Wirken ist eng mit der Geschichte unserer Stadt verbunden – und mit der festen Überzeugung, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht nur möglich ist, sondern selbstverständlich dazugehört. Der Ignatz-Bubis-Preis für Verständigung geht an einen Preisträger, bei dem Haltung, Lebensweg und Wirken in besonderer Weise zusammenfallen. Frankfurt ist stolz auf Salomon Korn.“
Josef verwies in seiner Rede auf einen Satz, mit dem Korn die Bedeutung von Heimat und Sicherheit auf den Punkt gebracht habe: „Wer ein Haus baut, will bleiben.“ Das Zitat stehe, sagte Josef, für Vertrauen in die Zukunft jüdischen Lebens – und für den Anspruch, dass Jüdinnen und Juden in Frankfurt sicher leben können.
In seiner Rede betonte Josef zudem die Verantwortung der Stadt Frankfurt, jüdisches Leben zu schützen, sichtbar zu machen und sich entschieden gegen Antisemitismus zu stellen.
Die Laudatio stammte von Dieter Graumann, dem früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und wurde krankheitsbedingt von seinem Sohn Benjamin Graumann verlesen. Graumann sagte: „Lieber Sallek, leider habe ich keine Redezeit von drei Stunden bekommen. Aber ich denke und fühle, das Schönste, was ich Dir heute sagen kann, das Beste zuletzt, ist dies: Ignatz wäre heute sehr, sehr stolz auf dich gewesen!“
Salomon Korn, 1943 im Ghetto Lublin geboren und Überlebender der Schoa, kam nach dem Krieg nach Frankfurt. Hier wirkte er über Jahrzehnte als Architekt, Gemeindepolitiker und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Maßgeblich geprägt hat er unter anderem den Bau des Jüdischen Gemeindezentrums an der Savignystraße, das bis heute als sichtbares Zeichen jüdischen Lebens in der Stadt gilt. Darüber hinaus engagierte sich Korn viele Jahre als Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Auch über Frankfurt hinaus hat Salomon Korn immer wieder öffentlich Stellung bezogen – gegen Antisemitismus, gegen Geschichtsverfälschung und für die Werte einer offenen, demokratischen Gesellschaft. Dabei zeichnen ihn Klarheit, Maß und die Kraft symbolischer Gesten aus.
Der Ignatz-Bubis-Preis erinnert an den langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, und würdigt Persönlichkeiten, die sich in seinem Sinne für Dialog, Verständigung und ein respektvolles Miteinander einsetzen.
In seiner Dankesrede erinnerte Korn an Ignatz Bubis und dessen besonderes diplomatisches Geschick: „Im Umgang mit Politikern zeigte Ignatz Bubis stets bemerkenswertes diplomatisches Geschick und konnte sich mit ausländischen Gästen in sieben Sprachen unterhalten.“