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Kategorie: Musik

IMG 3646Die Musik für Nellia und Dietmar Ehrentraut

Sabine Zoller

Bad Herrenalb (Weltexpresso) - Nellia und Dietmar Ehrentraut wurden 1995 Deutsche Meister in der Klasse Boogie-Woogie Senioren, 1999 erreichten sie beim World Cup den zweiten Platz und noch heute begeistern sie mit schwungvollen Figuren, präzisen Kicks und rasanten Drehungen. Denn das  Beherrschen die beiden aus dem Effeff.


Einen Beleg für Ihr Können zeigten Sie jüngst im Schwarzwald. Für die musikalische Basis sorgten The Primas aus dem Albtal. Mit Pomade in der Tolle und klassischem Outfit sorgte die vierköpfige Band mit Christina Hoffmann (Bass), Jörg Krumbiegel (Klavier), Max Kumm (Gitarre) und Klaus Bräuer (Schlagzeug) mit Rockabilly-Kontrabass, Boogie-Piano, Acoustic-Gitarre sowie Schlagzeug und vor allem ganz viel Enthusiasmus für ein explosives Musikerlebnis. Eben für alle, die bei Rock’n’Roll und Boogie nicht stillsitzen konnten oder einfach nur eine richtig gute Zeit haben wollten. Sie trafen mit ihrem mitreißenden Sound genau den richtigen Ton. Und dann ging es los mit den schnellen Schrittfolgen und den akrobatischen Figuren. Mit viel Rhythmusgefühl und Swing-Feeling waren Nellia und Dietmar Ehrentraut eindeutig die Stars auf der Tanzfläche.

IMG 3643 Foto Zoller „Diese Musik reißt mit“. Und genau das ist es, was Nellia und Dietmar Ehrentraut seit Jahrzehnten antreibt. Das aus Vorarlberg stammende Ehepaar lernte sich dort bereits als Jugendliche beim Tanzen kennen. Ende der 1970er-Jahre belegten sie ihren ersten Rock’n’Roll-Kurs, und das Feuer war sofort entfacht. Schon bald trainierten sie bis zu fünfmal pro Woche beim 1. Rock’n’Roll Club Karlsruhe, wo sie über mehr als zehn Jahre hinweg aktiv und akrobatisch über das Parkett wirbelten.

Besonders angetan hat es ihnen jedoch die Musik der 1940er- und 1950er-Jahre. Am Boogie-Woogie schätzen sie vor allem die Freiheit: „Es gibt kein einstudiertes Programm. Man muss die Musik jedes Mal neu interpretieren“, erklärt Dietmar Ehrentraut. „Im Gegensatz zum Rock’n’Roll wird hier mehr in den Boden hineingetanzt“, ergänzt er lachend. Die Senioren im Alter von 72 und 78 Jahren sind längst eine Institution, und das nicht nur live auf dem Parkett. Als begeisterte Tänzer nahmen sie 2017 am Boogie-Woogie-Veteranenturnier in Landshut teil. Ihr Auftritt wurde dort gefilmt, später im Internet veröffentlicht und entwickelte sich zu einem echten Publikumsliebling: Bis heute wurde das Video rund 17 Millionen Mal aufgerufen.

Kein Wunder, denn es zeigt zwei Tanzstars, die sich mit ansteckender Begeisterung und purer Lebensfreude dem Rhythmus mit flotten Drehungen, raschen Fußfolgen und einer Energie hingeben, die Generationen begeistert.

Begeistert zeigt sich das Ehepaar auch von der besonderen Atmosphäre in Bad Herrenalb. „Es gibt nur wenige Rock’n’Roll-Bands, und genau das macht es so besonders. Es macht einfach Spaß, hier zu sein“, sagen sie. Gemeinsam mit vielen Bekannten und Tanzpaaren aus der Region waren sie im Dezember vor Ort. „Diese Musik zieht einfach“, so ihr Credo.

In Durmersheim haben sie zudem die Tanzgruppe „Boogie Shakers“ gegründet, um ihre Leidenschaft fürs Tanzen weiterzugeben und passenden Unterricht für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene anzubieten. Zwischen Swing und Rockabilly werden in Workshops die Tanzstile der 1940er- und 1950er-Jahre gepflegt, darunter Boogie-Woogie, Lindy Hop, Charleston und Jitterbug.

Auch international sind sie gefragt: „Im Januar sind wir in Belgien, im März in Bad Hofgastein in Österreich und das jeweils mit Unterricht und Show“, erzählt Dietmar Ehrentraut. Man kenne sie eben nicht nur vom Tanzen, sondern vor allem vom Unterrichten.

Fotos:
Impressionen mir den Boogie-Woogie-Fans
© Sabine Zoller