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Kategorie: Musik

Steve Hackett c Barbara AltherrSteve Hackett in Frankfurt

Barbara Altherr

Frankfurt (Weltexpresso) - Er gehört zu jenen Musikern, deren Einfluss größer ist als ihr öffentlicher Ruhm. Als Gitarrist der legendären Band Genesis prägte Steve Hackett in den frühen 1970er-Jahren den Sound des Progressive Rock entscheidend – nicht mit Lautstärke oder Eitelkeit, sondern mit Klangfarben, Harmoniegefühl und technischer Innovation. Auch Jahrzehnte nach seiner Zeit bei Genesis ist Hackett ein unermüdlicher musikalischer Entdecker geblieben. Im Mai ist er wieder in Deutschland live zu erleben und sein Auftritt in der Alten Oper in Frankfurt wird sicher ein Höhepunkt der Konzertsaison.


Geboren 1950 in London, begann Steve Hackett schon früh Gitarre zu spielen. Seine musikalischen Einflüsse reichten von klassischer Musik über Blues bis hin zu Jazz. Als er 1971 zu Genesis stieß, traf er auf eine Band im Umbruch und in den folgenden Jahren trug er wesentlich dazu bei, sie auf ihren kreativen Zenit zu führen. Alben wie Foxtrot, Selling England by the Pound und The Lamb Lies Down on Broadway gelten heute als Meilensteine der Rockgeschichte.

Hacketts Gitarrenspiel zeichnet sich durch lyrische Soli, komplexe Akkordarbeit und eine damals noch ungewöhnliche Technik aus: das Tapping, das später von Gitarristen wie Eddie Van Halen populär gemacht wurde. Trotz des Erfolgs verließ Hackett 1977 die Band. Der Grund war sein wachsender Wunsch nach künstlerischer Eigenständigkeit. Was folgte, ist eine der vielseitigsten Solokarrieren der Rockmusik. Hackett veröffentlichte über 30 Soloalben, auf denen er mühelos zwischen Progressive Rock, klassischer Musik und Weltmusik wechselt. Werke wie Voyage of the Acolyte, Spectral Mornings oder Guitar Noir zeigen einen Musiker, der sich nie mit Wiederholungen zufriedengibt.

In den letzten Jahren hat Hackett zudem die Musik von Genesis wieder verstärkt auf die Bühne gebracht. Mit großem Respekt vor dem Original, aber ohne nostalgische Erstarrung, interpretiert er die Stücke live mit neuer Energie und technischer Reife. Seine Konzerte sind keine bloßen Rückblicke, sondern lebendige Beweise dafür, dass diese Musik zeitlos ist.

Im Mai wird Steve Hackett die größten Hits von Genesis und seine Solo-Highlights im Rahmen seiner „Best of Genesis & Solo Gems“-Tour endlich wieder nach Deutschland kommen und am 27. Mai in der Alten Oper in Frankfurt spielen. Der schöne Konzertsaal mit seiner exzellenten Akustik ist optimal für ein ganz besonderes Konzerterlebnis.

 

In seiner Band spielen zwei neue Mitglieder. Neben Nad Sylvan (Gesang), Jonas Reingold (Bass, Backing Vocals) und Rob Townsend (Saxophon, Flöten, zusätzliche Keyboards) kommen der schwedische Keyboard-Virtuose Lalle Larsson, der das langjährige Bandmitglied Roger King ersetzt, und Felix Lehrmann, der deutsche Schlagzeuger, der die Nachfolge von Craig Blundell antritt, mit auf Tour. „Ich habe einige außergewöhnliche Musiker in der Band“, meint Hackett, „und ich bin sehr zufrieden mit diesem Niveau an Virtuosen. Diese Jungs sind alle unglaubliche Profis.“

Steve Hackett ist ein Künstler mit Haltung, Neugier und Integrität. In einer Branche, die oft von schnellen Trends lebt, steht Hackett für Beständigkeit und achtsame Weiterentwicklung. Sein innovatives Gitarrenspiel ist ein wesentlicher Bestandteil der Progrock-Phase von Genesis, die für viele Fans die interessanteste, komplexeste und kreativste der Band ist. „Ich bin immer noch verliebt in die Idee der Musik“, sagt Hackett. „Ich liebe sie über alles. Ich bekomme jedes Mal wieder Gänsehaut und die Musik und hat mich bisher jung genug gehalten, um weiterhin mit Begeisterung auf Tournee zu gehen!“

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Barbara Altherr