Stefanie Wolf von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt berichtet am Dienstag, 6. Januar über die Dschungelschule im Bukit-Tiga-Puluh-NationalparkSiegrid Püschel
Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Ginge man ein paar Jahrhunderte zurück, so würde man sich über das Verhalten Tieren gegenüber wundern. Die eigenen Tiere waren für Bauern immer wichtig und sozusagen Personen. Und wo es Haustiere gab, waren es genauso. Aber grundsätzlich war das Tier eine Sache, das dem Menschen nützich sein sollte, ansonsten aber keinerlei Lebensrechte hatte. Das hatte sich schon länger nach und nach geändert, aber immerhin blieb bis 1990 das Tier an sich grundsätzlich eine Sache, denn die Rechtsprechunge sprach von beweglichen Sachen, wenn es um Tiere ging.
Das kann man sich heute schon nicht mehr vorstellen, aber so war es. Tiere wurden in Deutschland erst 1990 durch eine Gesetzesänderung (Einfügung von § 90a BGB) nicht mehr als reine Sache im rechtlichen Sinn behandelt, sondern erhalten seidem einen Schutzstatus, sind aber keine eigenen Rechtssubjekte, d.ha. hätten beispielsweise kein Recht auf ein eigenes Bild. Was sich auch geändert hat, ist die Einschätzung der wilden Tiere. Der Tiere, die zum großen Teil dem Menschen an Kraft, Geschicklichkeit, Schnelle überlegen sind und von den Großwildjägern, oft kleine Männer, abgeschossen wurden (und seien wir ehrlich teils auch noch werden). Wer je eine Safari mitmachte, wird nie wieder die Majestät eines Löwen vergessen. Den offenen Mund, den man macht, wenn einem eine Giraffe gegenübersteht oder die Kleinheit, die man fühlt, wenn eine Elephantenherde vorbeirast. Das alles hat mit dem Vortrag von Stefanie Wolf überhaupt nichts zu tun. Denn sie berichtet über ein Leben im Dschungel, was noch nicht über Reisebüros buchbar ist.
Ein Leben im Dschungel muss gelernt sein – das gilt auch für Orang-Utans. In der Dschungelschule im Bukit-Tiga-Puluh-Nationalpark auf Sumatra lernen verwaiste oder aus illegaler Haltung befreite Menschenaffen alles, was sie in der Wildnis zum Überleben brauchen. Auf dem Lehrplan stehen zum Beispiel Klettern, Schlafnester bauen und Essbares finden.
Als Programmreferentin für Südostasien der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt kennt sich Stefanie Wolf bestens mit dem Projekt Dschungelschule aus. Sie berichtet von neugierigen Schützlingen, geduldigen Lehrerinnen und Lehrern, den Herausforderungen des Dschungelalltags und davon, wie die Arbeit der Zoologischen Gesellschaft organisiert und finanziert wird und welche Rolle der freiwillige Naturschutz-Euro des Frankfurter Zoos dabei spielt.
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Der Vortrag von Stefanie Wolf findet am Dienstag, 6. Januar, um 18 Uhr im Foyer des Borgori-Waldes statt. Der Einlass zum Vortrag erfolgt über die Rhönstraße gegenüber der Hausnummer 2. Der Eintritt ist frei.