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Kategorie: Zeitgeschehen
mdr menschenOberbürgermeister Josef, Stadtverordnetenvorsteherin Arslaner und Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg erklären sich solidarisch mit den Protestierenden im Iran

Redaktion

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Zu Beginn der Plenarsitzung am Donnerstag, 29. Januar, haben die Stadtverordneten und die Mitglieder des Magistrats der Demonstrierenden im Iran gedacht. Solidarisch zeigten sich die Anwesenden insbesondere mit dem Wunsch der iranischen Bevölkerung nach freier Meinungsäußerung und demokratischer Teilhabe. Ende Dezember formierten sich Massendemonstrationen, die sich offen und kritisch gegen die aktuelle Regierung richteten. Während der darauffolgenden Repressionen des iranischen Regimes wurden viele Tausend Menschen getötet oder verletzt.

Viele Menschen in Frankfurt betrachten die aktuellen Entwicklungen im Iran mit Aufmerksamkeit und großer Sorge. Medienberichte sprechen von klaren Menschenrechtsverletzungen des Regimes mit bis zu 30.000 Todesopfern und fast zehnmal so vielen Verletzten. Doch auch die Frage, wie es im Land weitergeht und welche möglichen Eskalationen zu befürchten sind, bewegt die Menschen. Auch Oberbürgermeister Mike Josef, Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner und Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg sind entsetzt über das menschenverachtende Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung.

„Das Verfolgen und Töten der Menschen, die auf den Straßen friedlich demonstrieren, muss aufhören. Wir stehen an der Seite der Freiheitsbewegung, die klar zum Ausdruck gebracht hat: Es gibt keine Zukunft für dieses Regime. Seitens der Stadt Frankfurt fühlen wir uns dem demokratischen Freiheitswillen der iranischen Bevölkerung verbunden“, sagt Josef. Wie stark das Interesse der Frankfurterinnen und Frankfurter an den Entwicklungen im Iran sei, zeige sich auch daran, dass bereits in den vergangenen Jahren viele Menschen auf den Straßen und Plätzen Frankfurts ihrer Sorge und ihrem Protest Ausdruck verliehen hätten.

„Alles, was in der Welt geschieht, hat in Frankfurt einen Widerhall“, sagt Stadtverordnetenvorsteherin Arslaner. „Viele Menschen in unserer Stadt sind durch persönliche Beziehungen direkt betroffen. Wir denken an diejenigen unter uns, die im Iran um ihre Verwandten und Freunde fürchten.“ Muslimische Bürgerinnen und Bürger Frankfurts erleben, wie ein verbrecherisches Regime ihre Religion missbraucht. In Schreiben und E-Mails haben sich Musliminnen und Muslime an die Stadtverwaltung gewandt, und tiefe Sorge über die menschenverachtende Brutalität des iranischen Regimes geäußert.

„Von der Stadt der Paulskirche, dem Ort für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte, senden wir die klare Botschaft: Frankfurt schaut hin und steht solidarisch an der Seite der Menschen im Iran. Was sich dort derzeit abspielt, ist schockierend. Schätzungen sprechen von Zehntausenden getöteten Menschen. Menschen, die ermordet wurden, weil sie Freiheit forderten. Im Grunde gibt es jetzt nur zwei Wege: Entweder wir unterstützen die Menschen im Iran in ihrem Kampf für Freiheit und Demokratie, oder wir schauen weg. Und dann werden die Verbrechen weitergehen. Wir dürfen sie nicht allein lassen“, ergänzte Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg.

Die Stadt Frankfurt denkt auch an jene Menschen, die religiösen Gemeinschaften angehören, die im Iran zu Minderheiten gehören. Diese Menschen treibt eine besondere Sorge um. Sie fürchten sich vor zunehmenden Repressionen. Hierzu zählen die jüdische Gemeinde, die Bahai, die Sufis, aber auch Christen.

„Die Situation im Iran macht vielen Menschen auch in Frankfurt Angst. Sie beschäftigt Nachbarschaften, Gespräche in Arbeitspausen und an unseren Schulen. Wir verstehen diese Sorge, nehmen sie ernst und werden in den nächsten Wochen das direkte Gespräch mit Betroffenen in Frankfurt suchen“, sagen Josef, Arslaner und Eskandari-Grünberg.

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