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Kategorie: Zeitgeschehen

IMG 8023Eine Zeitreise durch die globale Welt des Reisens

Sabine Zoller

Berlin (Weltexpresso)2026 feiert die ITB Berlin ihr sechzig-jähriges Bestehen und blickt damit auf sechs Jahrzehnte zu-rück, die von wegweisenden Innovationen, menschlichen Be-gegnungen und historischen Meilensteinen geprägt waren. Was 1966 mit neun Ausstellern begann, legte den Grundstein für die heute weltweit führende Reisemesse. Der Gründer Prof. Dr. Manfred Busche hatte ursprünglich die Vision eines Super-Reisebüros, doch die Veranstaltung entwickelte sich zu einer Plattform, die den Takt für die gesamte Branche vorgab.

Ein entscheidender Wendepunkt für die Mobilität ereignete sich bereits kurz nach der Gründung der Messe. Am 9. Februar 1969 startete der erste Boeing Jumbo-Jet und eröffnete völlig neue Möglichkeiten für Fernreisen. Diese technologische Neuerung machte das Fliegen für Menschen weltweit erschwinglicher und komfortabler. In den darauffolgenden 1970er-Jahren erlebte die Reisewelt eine weitere Revolution durch den Erfolg der Pauschalreise. Dieses Modell ermöglichte es Urlaubern, über Reisebüros ein Rundum-sorglos-Paket zum Festpreis zu buchen, was die Art und Weise, wie die Welt entdeckt wurde, grundlegend veränderte.

Parallel dazu entwickelte sich eine neue Kultur des individuellen Entdeckens. Im Jahr 1973 veröffentlichten Maureen und Tony Wheeler ihren ersten Reiseführer und legten damit den Grundstein für Lonely Planet. Zur gleichen Zeit begann die Luftfahrtindustrie, die Kundenbindung neu zu definieren, als Texas International Airlines im Jahr 1979 das erste Vielfliegerprogramm der Welt einführte.

Die Geschichte der ITB ist untrennbar mit der Weltgeschichte verbunden. Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 war ein Moment der Freiheit, der nicht nur Deutschland, sondern die globale Reisebereitschaft beflügelte. Grenzen öffneten sich und machten den Weg frei für einen Tourismus ohne Barrieren. Wenige Jahre später, ab 1996, veränderte der digitale Wandel die Branche erneut fundamental. Online-Reisebüros erlaubten es Reisenden erstmals, Preise und Routen bequem von zu Hause aus zu vergleichen, was zu einer neuen Transparenz und Innovationswelle führte.

Auch die technologische Evolution machte vor der Hotellerie nicht halt. Im Jahr 2015 präsentierte Japan mit dem Henn-na Hotel das erste weitgehend von Robotern geführte Hotel, in dem humanoide Androiden und Gesichtserkennungssysteme den Aufenthalt prägten. Doch die Branche erlebte auch ihre größte Prüfung, als im Jahr 2020 die Covid-Pandemie den globalen Tourismus zum Stillstand brachte. Diese Zäsur zwang Unternehmen und Reiseziele dazu, Konzepte wie Sicherheit, digitale Resilienz und Nachhaltigkeit völlig neu zu bewerten.

Zum Jubiläum im Jahr 2026 steht das Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt. Unter dem Motto One Community, One Canvas lädt die Messe die globale Community dazu ein, an einem gemeinsamen Kunstwerk mitzuwirken. Ein von Berlin inspiriertes Wandbild nach dem Prinzip Malen nach Zahlen symbolisiert die Verbindung individueller Momente zu einem großen, gemeinsamen Ganzen. Nach sechzig Jahren bleibt die ITB Berlin somit nicht nur ein Ort des Geschäfts, sondern vor allem ein Ort, an dem die Welt zusammenkommt.

Foto: Messe Berlin zur ITB 2026 © Sabine Zoller