Veröffentlichungen des Paritätischen Gesamtverbandes, Teil 1072Redaktion
Berlin (Weltexpresso) - "My Voice, my Choice": Am 4. Februar 2026 ging ein offener Brief zu dem Thema an die EU-Kommission. Über 170 zivilgesellschafliche Organisationen aus allen EU-Mitgliedstaaten, darunter der Paritätische Gesamtverband und pro familia, haben den Brief gezeichnet. Sie fordern die Europäische Kommission auf, positiv auf die Initiative „My Voice, My Choice“ zu reagieren.
Für sichere Schwangerschaftsabbrüche innerhalb der EU
In dem Brief wird die Europäische Kommission aufgefordert, sich für Maßnahmen der EU zugunsten sicherer und legaler Schwangerschaftsabbrüche auszusprechen. Konkret geht es darum, sich zu einem Legislativvorschlag zu verpflichten. Dieser würde den teilnehmenden Mitgliedstaaten ermöglichen, Schwangerschaftsabbrüche von Schwangeren jenseits der nationalen Grenzen der Herkunftsländer zu unterstützen und eine Erstattung durch die EU zu erhalten.
Abstimmung im Europäischen Parlament
Dem voraus ging im Dezember 2025 die Abstimmung eines Antrags der Bürger*inneninitiative „My Voice, my Choice“ im Europaparlament zur Verbesserung der Versorgung aller ungewollten Schwangerschaften in Europa. Mit 358 Stimmen (56 Prozent des Parlaments) wurde für sichere und zugängliche Schwangerschaftsabbrüche durch freiwillige finanzielle Solidaritätsmechanismen in Europa gestimmt. Das Vorhaben zielt jedoch nicht darauf ab, in nationale Abtreibungsgesetze einzugreifen, die weiterhin in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen. Vielmehr schlägt „My Voice My Choice“ eine verhältnismäßige Reaktion auf EU-Ebene vor. Die Initiative schlägt vor, dass Mitgliedstaaten, die Schwangeren aus anderen EU-Ländern mit restriktiven Abtreibungsregelungen Zugang zu einer sicheren Abtreibung ermöglichen, für diese Hilfe EU-finanzierte Unterstützung erhalten.
Bürger*inneninitiative "My Voice, my Choice"
Mehr als 1 Million Europäer*innen hatten sich an der Petition „My Voice, My Choice“ beteiligt und sich für Maßnahmen der EU zugunsten sicherer und legaler Schwangerschaftsabbrüche ausgesprochen. Vielen Schwangeren wird auch in der EU immer noch der Zugang zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen verwehrt. Jetzt liegt es bei der Europäischen Kommission, sich für einen entsprechenden Finanzierungsmechanismus innerhalb der EU einzusetzen.
Den offenen Brief finden Sie hier.
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©my voice, my choice