Veröffentlichungen des Paritätischen Gesamtverbandes, Teil 1075
Redaktion
Berlin (Weltexpresso) - Seit Juli 2022 werden die Kosten für nicht-invasive Pränataltests (NIPT), die untersuchen, ob beim Fötus eine Wahrscheinlichkeit für Trisomie 13, 18 oder 21 vorliegt, von den Krankenkassen finanziert. Auch wenn eine entsprechende Indikation vorliegen muss, sind die Zahlen der Inanspruchnahme massiv gestiegen. Eine Gruppe Bundestagsabgeordneter fordert nun unter anderem ein Monitoring der Folgen der Kassenzulassung.
Das Insitut für Gesundheitssystemforschung der BARMER präsentierte bereits im Januar 2025 Zahlen, denen zufolge der Test im Durchschnitt bei knappt 50% der Schwangeren abgerechnet wurde (mit Schwankungen bezogen auf das Alter der Schwangeren). Die Daten zeigen darüber hinaus, dass die Zahl invasiver Eingriffe nicht gesunken ist.
Der Test sei damit faktisch zu einem Screeningstest geworden, formulieren die Abgeordneten in ihrem Antrag. Sie fordern die Bundesregierung daher zu flankierenden Maßnahmen auf:
Mit dem geforderten Monitorings soll einer Normalisierung selektiver Verfahren entgegen gewirkt werden, auch mit Blick auf die Einführung weiterer vorgeburtlicher Tests. Neben dem Monitoring fordern sie Abgeordneten die Einsetzung eines interdisziplinär besetzten Expert*innengremiums, das die rechtlichen, ethischen und gesundheitspolitischen Grundlagen der Kassenzulassung des Pränataltests prüft.
Ein ähnlicher Antrag wurde bereits in der letzten Legislaturperiode eingebracht, konnte aber nicht abschließend abgestimmt werden. Auch dieser Antrag wurde von einer interfraktionellen Gruppe in den Bundestag eingebracht, die gerne zeitnah eine Debatte führen würde. Über den Zeitpunkt der Beratung entscheidet der Ältestenrat. Da der Antrag als Gruppenantrag eingebracht wurde, wird nach der Beratung in den Ausschüssen voraussichtlich eine namentliche Abstimmung ohne Fraktionszwang stattfinden.
Dokumente zum Download
Antrag Monitoring Pränataltest (639 KB)
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