sportDer Tabellenletzte zu Gast :  Fraport SKYLINERS – BB Löwen Braunschweig - Ergebnis: 87 : 90 / Overtime

Ivo Ortwein


Frakfurt am Main (Weltexpresso) - Als Déjà-vu [deʒaˈvy] wird eine Erinnerungstäuschung bezeichnet, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben. (Wikipedia) Die Fans von easyCredit Basketball Bundesliga, respektive Fraport SKYLINERS, konnten nicht wissen, dass diese, am Ende dieses besagten Spieltags, zwangsläufig unverschuldet und im Kollektiv, den „Rücken ziemlich gerade werden machen müssen“, um das Gesehene zu verkraften! Ein Spieltag voller Emotion, endete mit einem erwähnten „Déjà vu“.


sport1¼ : Es wäre zu einfach, denn hinterher kann man selbstverständlich unken, dass bereits von der 1. Sekunde ersichtlich wurde, die Löwen sind nicht nach Frankfurt gekommen um vorgeführt zu werden, sondern, um zu gewinnen. Ersichtlich war das durch den Druck den die Löwen auf die Skyliners ausübten, welchen die Braunschweiger Mannschaft auch bis zum Ende durchhielt.

Bereits in der Frühphase des 1. Viertels gab es wieder Frankfurter „freiwillige Ball übergaben“ an den Gegner, die tatsächlich nur mit mangelnder Einschätzung, respektive, mit einer „laissez-faire“ Einstellung der Mannschaft zu erklären sind, denn es war ja der Tabellenletzte in Frankfurt zu Gast.

Die Süwag Energie ARENA, war nicht gänzlich voll, jedoch, die Fans der Fraport Skyliners waren da, wie immer, wie in jedem Spiel, von Anfang standen sie, im wörtlichen Sinne, und brachten die Arena zum Erschüttern. Und das war auch notwendig!

Nach 5 Min im 1. Viertel, 7 der ersten 11 Punkte erzielte Will Christmas, stand es plötzlich 11 : 14, was ein Alarmsignal hätte sein können, sollen, doch der Rückstand wurde durch wunderbare Aktionen von Isaiha Swope „verschleiert“, der manchen BB Löwen Spieler, im wahrsten Sinne des Wortes, im Regen stehen ließ und bis dato immer punktete.

Die Braunschweiger Löwen erhöhten den Druck immens, indem sie bereits an der Grundlinie anfingen den Frankfurter Spielaufbau zu stören, was die Gäste wunderbar auskonterten, denn der Ball fliegt erwiesenermaßen schneller als ein Spieler rennen kann, sodass sich die Verteidigung die Braunschweiger nicht präzise positionieren konnte und die Frankfurt punkteten. Das alles, in der Nachbetrachtung, setzt sich in den Köpfen fest - als geschriebenes Wort könnte man diesen Gedanken so formulieren: wunderbarer Spielzug, die haben wir im Sack.

Ein Underdog, ein projizierter Verlierer, die Löwen - mitnichten! Auffällig war, bestätigt ebenfalls von den umstehenden Fans, dass Frankfurt im 1. Viertel erhebliches Glück hatte, denn Braunschweig erlaubte sich immens viele Fehlwürfe. Wären lediglich 50 % der Fehlwürfe ein Korb gewesen, dann wäre der Stand, nachdem 1. Viertel, ganz sicher nicht 26:21, für die Fraport Skyline gewesen. Die Aussage und die Bestätigung der Fans lässt keinen Platz zur mannigfachen Interpretation zu!

2/4: Womöglich hat der Coach der Frankfurt Skyliners die Fehlwürfe der Braunschweiger ebenfalls so interpretiert, denn die Mannschaft startete konzentriert und spielte sich einen sieben Punkte Vorsprung heraus, was ebenfalls zu einer Reduzierung des Adrenalinspiegels beitrug, jedoch uns, alle alle Zuschauer in der Arena, „in Watte“ packte.

Objektiv betrachtet muss attestiert werden, dass es ein gutes, ein kurzweiliges Spiel war mit faszinierenden Spielzügen und ansehnlichen 3-Punkte Körben, von beiden Mannschaften. Der 41-Punkte-Mann vom Mittwoch, Isaiah Swope hat seine „Klasse“ wieder unter Beweis gestellt. Aber, tatsächlich konnte man deutlich sehen, dass Braunschweig nicht wie ein „Letzter Platz-Team“, sondern, locker mitspielte und, bei noch 2 Min in der ersten Halbzeit, waren die Löwen, bei 39:34, immer relativ nahe dran, nur 5 Punkte Rückstand.

Doch dann, hoppla, plötzlich, wie geht das denn, bei noch 1.40 Min zu spielen rannten die Frankfurter förmlich den Braunschweiger davon und die Dominanz wurde sichtbar, sodass und sich der Abstand vergrößerte auf 45:34, elf Punkte Vorsprung, dass sah fantastisch aus und hielt bis zum Ende der ersten Halbzeit, die von Frankfurt mit 49:39 eingetütet wurde.

 

¾ : Zur 2. Halbzeit, motiviert durch den Punktestand, ließe sich locker formulieren: Stimmung gut, Fans gut, Punktestand gut - na, dann mal los.

Tja, wie wir alle wissen, siehe das letzte Spiel gegen Trier, kann beim Basketball, innerhalb von nur 30 Sek., so manches passieren und hinzu kam die Tatsache, dass die Gäste ihre Dreierquote zwischenzeitlich auf 37 % steigerten, was sich am Ende 3. Viertel auch in den Punkten widerspiegelte, 69:61.

Gute Stellungnahme von Klaus Perwas (Headcoach SKYLINERS): „Erst einmal Glückwunsch an Braunschweig und an Ramón. Wir haben es leider nicht geschafft, den Vorsprung, den wir uns herausgespielt hatten, weiter auszubauen und das Spiel am Ende konsequent zu Ende zu bringen.“


4/4: Was meinte der Headcoach mit „zu Ende bringen“? Mit sehenswerten Schlagabtausch und Punkten auf beiden Seiten, führten die Skyliners sogar mit 13 Punkten, 76:63 - schrieb der Reporter in seinen Notizen nonchalant: vertretbare Prognose, der Heimsieg sollte nunmehr eingetütet sein.

Bei noch zu spielenden 4.09 Min bittet der Stadionsprecher die Fans „auf die Füße“, alles folgt gehorsam und feiert die Skyliners die zu diesem Zeitpunkt 8 Punkte in Führung lagen.

Nun. liebe Leser, are you ready for the „Déjà vu“?

Mit knapp drei Minuten auf der Uhr lagen die Löwen weiterhin acht Punkte zurück, 77:69. jedoch, bei 1.40 Min waren es plötzlich nur noch 4. Punkte und die Löwen spielten, wie - Löwen!!

Die kollektive Frankfurter Fangemeinde fragte sich ganz offensichtlich, man sah es in den Augen und in den Gesichtern, sollte es heute wieder knapp werden, wie gegen Trier?

Wir steigen jetzt ein in die „Do-or-Die-Crunchtime“. Nicht nur Isaiah Swope, der zuvor mit hoher Treffsicherheit glänzend überzeugte, verpasste es Freiwürfe zu verwandeln und die Braunschweiger Löwen verringerten den Abstand, plötzlich stand es 79:75 - unglaublich – und wenige Sekunden später, nach Frankfurter Foul, wann es nur noch 2 Punkte, 79:77. In der Arena wurde es zunächst ein bisschen still.

Was dachte wohl der einzelne Fan in diesem Moment? Hallo, kann jemand meinen Wecker stellen, damit ich aus diesem Albtraum aufwache, denn das habe ich doch beim letzten Spiel schon miterleben müssen - das kollektive „Déjà vu“ erfasste die Halle! 13 Punkte verspielt und bei noch 9,1 Sek zu spielen und Ballbesitz der Löwen glichen diese aus, 79:79! Unfassbar! Skyliners müssen in die Overtime

Klaus Perwas, Headcoach: „Dadurch mussten wir erneut in die Overtime. Ich glaube, das Spiel am Mittwoch hat noch etwas nachgewirkt – sowohl mental als auch physisch. Das hat man heute in den entscheidenden Momenten gesehen, in denen wir nicht mehr in der Lage waren, noch einen draufzusetzen. Am Ende ist es ein Basketballspiel, das wir verloren haben. Die Jungs haben gekämpft, Einsatz und Moral gezeigt. Für Unterhaltung sind wir immer gut, aber natürlich hatten wir uns diese Woche anders vorgestellt. Das müssen wir akzeptieren und annehmen – und dann schauen, dass wir gestärkt aus so einer Situation hervorgehen. Und ich bin überzeugt, dass wir das tun werden.“

Die Gäste aus Braunschweig starteten bravourös, ohne Angst und mit viel Druck auf die Frankfurter Spieler, spielten einen 4 Punkte Vorsprung, 79:83, und die Löwen, der Letztplatzierte der Tabelle, dominierten in Frankfurt. Die Löwen ließen die Gäste nicht mehr herankommen, wenn Frankfurt 2 Punkte erzielte, erhöhten die Braunschweiger ebenfalls mit 2 Punkten.

Die Strapazen des letzten Spiels wurden bei den Frankfurtern offensichtlich, denn die Braunschweiger gingen bei noch 2,08 Min, sogar mit sieben Punkten in Führung. Aber, Frankfurt kämpfte, es sind Wunder passiert beim Basketball, die man sich tatsächlich nicht vorstellen kann.

Die Fans stehen, feuern ihre Mannschaft unermüdlich an, aber die Zeit rennt davon, noch 25,1 Sekunden, Rückstand auf vier Punkte reduziert, und nach einer sehr engen Schiedsrichterentscheidungen traf Ryan Hawkins sogar noch einen Dreier und brachte die Frankfurter auf 1 Punkt Rückstand.

Die Löwen hatten, durch ein Frankfurter Foul, noch Freiwürfe, den ersten vergaben sie und der zweite erhöhte auf 87:89 und die Halle tobte, in toto. Zwei Punkte, da muss ein Dreier her.

Da war sie nun, die allerletzte Chance das Spiel doch noch zu gewinnen, ein Dreier bitte - der Ball flog in Richtung Korb, alle schauten gebannt und hielten die Luft - nein, vorbei, der Wurf von Isaiah Swope fand diesmal nicht sein Ziel…..

Die Fans der Skyliners fassungslos, voller Emotionen, manche den Tränen nah und manche wütend. Entstand, 87:90, einfach nicht zu glauben!

Eigentlich wollte Frankfurt ein Heimspiel „mal wieder gewinnen“, so war das ausgegebenen Motto, unglücklicherweise konnte man auch dieses Heimspiel nicht für sich entscheiden

Glückwünsche gehen also an BB Löwen Braunschweig, für ein fantastisches Spiel in Frankfurt und mit einem glücklichen Ausgang.

Fotos:
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Info:

Das nächste Heimspiel: am 8. März 2026, Skyliners vs. BMA365 Bamberg Baskets (15:00 Uhr)