unerhortLesung & Gespräch mit Susanne Fritz und Bernadette Conrad. Jetzt auf dem YouTube-Kanal des Kulturforums abrufbar

Redaktion

Berlin (Weltexpresso) - Mit der zweiten Doppellesung der Reihe »Unerhörte Familiengeschichten aus dem östlichen Europa« 2024 ging die literarische Reise nach Posen und Danzig.

„Lebenswege hinterlassen keine Wanderkarten. / Von Fluchtwegen bleibt eine innere Zeichnung, die rückwärts führt ins Labyrinth.“ Susanne Fritz wagt zum zweiten Mal den Weg ins Ungewisse: „Ich suche einen Mann, dessen Leben im Alter von dreiundzwanzig Jahren beginnt.“ Nachdem sie in ihrem Buch „Wie kommt der Krieg ins Kind“ (2018) die Lebensgeschichte ihrer aus Schwersenz/Swarzędz bei Posen/Poznań stammenden Mutter nachgegangen ist, möchte sie verstehen, was der Krieg mit ihrem aus Zalasewo bei Posen stammenden Vater gemacht hat. Mit der Autorin Susanne Fritz reisen wir in die Vergangenheit und finden uns in der Gegenwart wieder: Auf europäischem Territorium ist erneut ein Krieg entbrannt – Gewalt, Zerstörung, Tod, Flucht sind allgegenwärtig.

Obwohl der Vater Dietmar Claassen aus Danzig „so gründlich tot ist, so lange schon nicht mehr da, dass Raum für etwas anderes entstanden ist“, lassen Tochter Kati die Trümmer der Vergangenheit nicht los. Trotz des „großen Schweigens“ ihres Vaters will sie dessen Geschichte rekonstruieren und verstehen. Aus Danzig stammend, hat er den Zweiten Weltkrieg erlebt und überlebt. Doch will die Autorin auch all jenen eine Stimme geben, „die jung den Zweiten Weltkrieg an der Front erlebt, und ihn überlebt hatten“. Bernadette Conrad geht in ihrem Debütroman einer „Zeit der großen Verschiebungen“ nach und begleitet ihre Protagonistin Kati auf der Suche nach ihrer Herkunft direkt in den Wahnsinn des 20. Jahrhunderts hinein.


Eine Aufzeichnung der Live-Veranstaltung im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin am 24. Januar 2024.


Foto:
Collage DKF, Foto Susanne Fritz,
© Julius Erler, Foto Bernadette Conrad, © Noemi Conrad

Ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Literaturforum im Brecht-Haus.

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