Buergermeisterin Eskandari Gruenberg unter den Gaesten der Feierstunde Copyright Stadt Frankfurt Foto Holger MenzelBürgermeisterin Eskandari-Grünberg gratuliert dem Treffpunkt für Überlebende der Shoah zum 20-jährigen Bestehen

Roswitha Cousin

Frankfurt am Main (Weltexpress) Der „Treffpunkt für Überlebende der Shoah und ihre Angehörigen“ hat am Donnerstag, 8. September, sein 20-jähriges Bestehen begangen. Zu der Feierstunde im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum im Westend kamen etwa 100 Gäste, unter ihnen viele Überlebende – darunter auch drei Frauen, die aus der Ukraine nach Frankfurt geflüchtet sind.


Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg bezeichnete den Treffpunkt als bedeutenden Teil der Erinnerungskultur: „Es macht mich stolz, dass der Treffpunkt zum Modell für viele andere Städte geworden ist. Sie haben hier etwas aufgebaut, von dem viel Gutes ausgeht." Der Treffpunkt wird gegenwärtig von immer mehr Angehörigen der Zweiten Generation genutzt. Eskandari-Grünberg begrüßt diese Entwicklung: „Die Spätfolgen der Schoah wirken tief in den nachfolgenden Generationen. Es braucht Orte, in denen diese transgenerationalen Traumata besprechbar werden. Der Treffpunkt ist ein solcher Ort. Ich hoffe, dass bundesweit sich viele ein Beispiel daran nehmen werden.“

Obwohl die Besucherinnen und Besucher ihre schweren Geschichten mitbrächten, werde im Treffpunkt viel gelacht, gesungen und auch diskutiert, fuhr Eskandari-Grünberg fort. „Es ist ein Ort, an dem sich die Überlebenden nicht erklären müssen. Sie wissen, dass die anderen ähnliches durchgemacht haben. Dass ihre Erfahrungen hier geteilt und akzeptiert werden.“

Sie werde sich immer dafür einsetzen, dass der Treffpunkt für die Menschen da sein könne, betonte die Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin. Die Bedarfe und Wünsche der Zweiten Generation – und auch der Dritten und Vierten – müssten gehört werden. Dies sei auch vor dem Hintergrund der Wahlerfolge rechtsextremer Parteien und den Auftritten von Querdenkern mit dem von ihnen betriebenen Geschichtsrevisionismus wichtig.

Betrieben wird der Treffpunkt von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. In Grußworten hoben Prof. Leo Latsch, Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, der Staatssekretär und Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker, Rüdiger Mahlo, Jewish Claims Conference, und Andrea Despot von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in der Feierstunde die Bedeutung des Treffpunkts hervor.

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Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg unter den Gästen der Feierstunde
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