Eintracht Frankfurt besiegt aus Freundschaft den VC Valencia mit 4:2

 

Claudia Schubert

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Es war das neunte Freundschaftsspiel vor Saisonbeginn, aber das erste und einzige in Frankfurt – zurück in der Ersten Bundesliga. Es war der achte Sieg und da ein Spiel unentschieden ausging, gab es keine Niederlage. Das muß nichts Gutes bedeuten, aber auch nichts Schlechtes. Denn auch, als die Eintracht vor zwei Jahren in die Saison startete, gab es einen Sieg gegen einen Teilnehmer der Champions-League: gegen Chelsea. Wichtiger ist also, daß die neue Eintracht ein munteres Spiel nach vorne pflegte.

 

Das hat ihr der VC Valencia nicht grundsätzlich unmöglich gemacht. Man hatte dort den Eindruck, daß nicht die erste Mannschaft auf dem Platz stand, wohl aber richtig gute Fußballer. Das blitzte immer mal wieder auf, wie leichtfüßig der Umgang mit dem Ball den Spaniern gerät – wie überhaupt die Mannschaft hinsichtlich der Eingesetzten und der Ersatzspieler fast völlig spanische Namen enthält. Das ist bei der Eintracht inzwischen anders und es überraschte, wie schnell den 20 000 Zuschauern die Namen der neuen Spieler von den Lippen flossen. Das war nachgerade eine Übung, denn es gab viele gute Spielzüge zu bewundern – und Tore auch.

 

Handeln wir die in Kürze zuerst ab. Neuzugang Stefan Aigner legte in der 20. Minute mit 1:0 vor. Zwei Minuten später konnte Olivier Occean – die gesetzte Sturmspitze – auf 2:0 erhöhen, was in der 26. Minute Pablo Piatti auf 2:1 brauchte, den Halbzeitstand. Der FC Valencia legte nach der Pause weiter zu und flugs brachte Pablo Hernandez den Ausgleich zum 2.2. Schade, dachte man, aber beide Tore waren gut herausgespielt und der Neue im Eintrachttor hatte keine richtige Chance, die Abwehr stand nicht stabil. Der Neue, das ist Kevin Trapp, der relativ teuer für 1,5 Millionen von Kaiserslautern eingekauft wurde und nun den bewährten Oka Nikolov, seit langem wieder die Nummer 1, unterstützen wird.

 

Hatte man – erfahren in solchen Freundschaftsspielen, die gerne beiden Mannschaften alle Chancen durch ein Unentschieden lassen – darauf gesetzt, daß nun der Stand von beiden Mannschaften durch Zumauern gehalten würde, sah man stattdessen eine Eintracht, die verwegen nach vorne spielte, mutig und unverdrossen und so kam es tatsächlich in der 62. Minute zum zweiten Treffer durch Olivier Occean und dem 3:2. Offensiv zu spielen, befolgte die Eintracht auch in dieser Siegesphase und rundete das Bild ab in der 81. Minute, als der Österreicher Erwin Hoffer – verläßlich in der letzten Saison, eigentlich nicht mehr dabei, aber nun doch erneut ausgeliehen aus Neapel – der Eintracht zum Endstand 4:2 verhalf.

 

In der zweiten Halbzeit hatte Trainer Armin Veh fast die gesamte Mannschaft ausgewechselt, Torhüter Trapp und der das Spiel strukturierende Alexander Meier blieben als Garanten auf dem Feld. Insgesamt konnte man ein ansprechendes Spiel sehen, in dem beide Mannschaften offensiv nach vorne spielten und einfach Freude am Fußballspielen zeigten, was die Zuschauer goutierten. In der anschließenden Pressekonferenz betonte der valencianische Trainer Mauricio Pellegrino das schöne, chancenreiche Spiel, das Tore hüben wie drüben brachte. Allerdings habe er als Trainer einen so offenen Schlagabtausch nicht gerne, weil hinten zu viel offen geblieben sei, was ja auch die vier Eintrachttore erkläre. Aber für die Zuschauer sei das natürlich schön und spannend gewesen.

 

Nämliches gab dann auch – in getrennten Trainerauftritten – ein sichtlich zufriedener und entspannt wirkender Armin Veh von sich. Ein so intensives und offensives Spiel bringe für einen Trainer einfach zu viele Torchancen mit sich. Es habe sich aber auch sonst gezeigt, daß 'hinten' noch viele Probleme bestünden. Von daher könne gerade so ein offensives Testspiel die Fehlstellen noch deutlicher zeigen. Pellegrino hatte schon zur Mannschaftsaufstellung auf die vielen verletzten Stammspieler verwiesen, das tat auch Veh für die Valencianer, während die Eintracht andere Sorgen hat. Nach dem sechswöchigen Training zeigen sich die Unterschiede zwischen denen, die von Anfang an mittrainierten und denen, die wie Bamba Anderson erst jetzt nach 10 Wochen zurück aus den Ferien kamen deutlich. Der brauche bis zum Einsatz noch 2-3 Wochen, denn eingesetzt würden diese verspäteten Spieler erst, wenn ihr Trainingsrückstand aufgeholt sei. Dafür seien die Trainingswochen ja da.

 

Den Clou der Pressekonferenz brachte zum Abschluß des Pellegriniauftritts Pressesprecher Carsten Knoop mit der Bemerkung, daß der FC Valencia nächste Woche nach Madrid fahre – die neue Saison beginnt dort in sechs Tagen – während wir nach Aue führen. Dort nämlich findet das auswärtige Pokalspiel statt. Diese Bandbreite im Fußball ist es, was tatsächlich Fußballspiele interessant hält. Demnächst also mehr von diesem Theater.

 

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