Serie: Die heute anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 24. Oktober 2013, Teil 3

Romana Reich

 

Berlin (Weltexpresso) – Nein; jetzt wollten wir nicht einen dritten Familienfilm als Aufhänger besprechen. Weitere 'richtige' werden aber unten erwähnt. Dafür kann man aber den Milchstraßenfilm im weiten Sinn dann doch als speziellen Familienfilm werten, dann nämlich wenn sich ein Dorf als eine große Familie fühlt.

 

AM ENDE DER MILCHSTRASSE

Es ist ein Dokumentarfilm, in dem Leopold Grün und Dirk Uhlig das Leben der Bewohner eines Dorfes in Mecklenburg-Vorpommern über 97 Minuten begleiten, die ausreichen, damit wir uns ein Bild machen können, aber nicht ausreichen, um diese Leute und ihre gegenseitigen Beziehungen wirklich verstehen zu lernen. Vordringlich sehen wir Städter nämlich erst einmal die harte Landarbeit zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter und wir sehen die Armut, die Grundtenor dieses Dorfes bleibt.

So war es früher überall, daß nichts von alleine passierte, sondern der Mensch für alles selber sorgen mußte, wie alleine die Szenen zeigen,in denen nicht die Heizung angestellt wird, sondern Kohlen geschleppt und Holz gehackt wird. Und ohne Schlachten gäbe es nichts Fleischliches zu essen in diesem Dorf. Sieht man die Bilder, wie ein mobiler Laden ins Dorf kommt, der wie früher Kolonialwaren, also ein Gemisch von allem, anbietet, denkt man an Osteuropa, so wie wir es uns vorstellen. Es ist aber Deutschland. In Einzelinterviews kommen uns die Bewohner nahe, sie berichten von ihrer speziellen Tätigkeit oder auch vom Dorfleben. Die wenigstens haben woanders Arbeit. Man lebt von sich selbst, von seiner Arbeit an der Natur. So lernen wir erstaunliche Menschen kennen, jeder hat irgendwie einen Sparren. Das aber darf man nur schreiben, wenn man bereit ist, sich das auch selbst zu attestieren und wenn man liebt, daß jeder Mensch anders ist als der andere.

 

DER FAST PERFEKTE MANN

Wäre er bindungsfähig, der Lokalfernsehmoderator Ulf (Benno Führmann), dann hätte er vielleicht selbst Kinder und wüßte aus Selbstversuchen, was er mit seinem kleinen Neffen zu tun hätte, um den er sich aus dem Nichts kümmern muß. Natürlich kommt auch Romantik hinein, aber eigentlich doch eine Medienkritik?, fragt sich der Zuschauer.

 

DRAUSSEN IST SOMMER

Was ist mit den Kindern, fragt dieser Film, der ein Psychogramm einer Ehekrise schildert, aber eben nicht die Auslöser, sondern die Leidtragenden ins Bild holt. Der eine hört zu reden auf, die andere muß im Nu erwachsen werden. Regisseurin Friederike Jehn hilft bei der Sinn- und Seelensuche.

 

JACKASS PRESENTS: BAD GRANDPA

Wenn der Großpapa mit dem Enkel unterwegs ist, geht’s meist gutbürgerlich zu. Hier können Sie mit etwas viel Klamauk das Gegenteil erleben, wenn der 86jährige mit dem achtjährigen auf Diebestour geht und niemand vor ihnen sicher ist, nur weil die Mutter ins Gefängnis mußte und nun der Vater vom Großvater gesucht wird.

 

WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN 2

Schließt an den ersten Film an, der Erfinder Flint Lockwood mit seiner Maschine zeigt, die aus Wasser feste Nahrung machen kann, aber leider ohne seine Aufsicht weitergelaufen ist und nun die Welt zuschüttet mit einer Art Lebewesen aus Essen....Monsterhaft und Computeranimation, klar!

 

DRAMA CONSULT

Ein Film über das Verkaufen, könnte man sagen. Oder einer, inwieweit sich die drei nigerianischen Geschäftsleute aus Lagos in der deutschen Wirtschaftsmetropolen zurechtfinden. Dorothee Wenner blickt dabei auch hinter verschlossene Türen mit Blick auf die kulturellen Unterschiede und gemeinsame Verkaufsstrategien.