ONE zeigt den Kultfilm am Donnerstag, 1. Januar 2026
Margarete Ohly-Wüst
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Die Kellnerin Doro (Katja Riemann) ist von ihrem leichtlebigen Freund Axel Feldheim (Til Schweiger) einiges gewohnt. Als sie dann aber den unverbesserlichen Frauenhelden mit seiner Jugendfreundin Elke Schmitt (Antonia Lang) auf einer Restauranttoilette bei einem Seitensprung erwischt, platzt ihr der Kragen und sie wirft ihn mit sofortiger Wirkung aus der gemeinsamen Wohnung.
Axel ist daraufhin auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit und trifft den schwulen Walter (Rufus Beck), der ihn zu einer Party mitnimmt. Außerdem findet Walter Gefallen an Axel und bietet ihm ein Quartier in seiner WG an.
Axel zieht bei Walter ein und trifft dort auch dessen schüchternen Freund und Mitbewohner Norbert (Joachim Król). Die beiden schwulen Männer sind ganz Feuer und Flamme und machen Alex den Hof. Zwischen den zwei feinsinnigen Schwulen und dem lässigen Macho entwickelt sich eine skurrile Freundschaft.
Doch kurz danach merkt Doro, dass sie schwanger ist und will sich mit dem Vater ihres künftigen Kindes wieder versöhnen, ebenso wie der heterosexuelle Axel mit seiner Ex-Freundin. Als der ahnungslose Axel kurz darauf seine letzten Habseligkeiten aus ihrer Wohnung abholen will, versucht sein Begleiter Norbert, ihn zu verführen. Ausgerechnet in diesem Moment kehrt Doro nach Hause zurück und findet dabei den nackten Norbert, der fälschlicherweise gedacht hatte, bei Axel auf Gegenliebe zu stoßen, in ihrem Schlafzimmerschrank.
Mit viel Engagement gelingt es Axel, Doro von seiner ungebrochenen Heterosexualität zu überzeugen. Die beiden versöhnen sich und die Hochzeit wird vorbereitet. Allerdings kommt bei Doro durch Axels seltsames Verhalten und seinen neuen schwulen Freunden der Verdacht auf, dass Axel doch ein Verhältnis mit einem der Männer haben könnte.
Deshalb stellt die misstrauische Braut eine Bedingung: Axel darf seine schwulen Kumpels nie mehr sehen. Aber selbst mit der Aussicht auf Ehe und Vaterfreuden bleibt der Casanova unverbesserlich. Denn Axel ist ganz sicher nicht schwul, sondern er trifft sich immer noch mit seiner Ex-Freundin Elke Schmitt. Deshalb überredet er Norbert, mit Walter und deren neuen Mitbewohner Metzger (Armin Rohde) ins Kino zu gehen, damit er in deren Wohnung ein Schäferstündchen verbringen kann. Natürlich verläuft der Abend völlig anders und wesentlich chaotischer als geplant…
″Der bewegte Mann″ ist eine 1994 erschienene deutsche Filmkomödie, die auf dem gleichnamigen Comic (1987) und dem Nachfolgeband Pretty Baby (1988) von Ralf König basiert. Das Drehbuch stammt von Sönke Wortmann, der auch der Regisseur des Films ist. Wortmann adaptierte mit einem kongenialen Gespür für Wortwitz, Situationskomik und originellen Charakteren Ralf Königs Kultcomics als Realfilm für die große Leinwand. Kameramann ist Gernot Roll, für den Score sind Torsten Breuer und Andy Knote verantwortlich.
Til Schweiger als cooler Großstadtcasanova, Joachim Król als sensibler Schwuler und Katja Riemann als hysterische Braut laufen zu komödiantischer Hochform auf. Rufus Beck als divenhafter Walter alias Waltraut und Armin Rohde als schwuler Ledermacho Horst alias Metzger gelangen unter Wortmanns Regie der endgültige Durchbruch.
Mit über 6,5 Millionen Kinobesuchern war ″Der bewegte Mann″ einer der erfolgreichsten deutschen Filme im Kinojahr 1994. Der Film erhielt neben anderen Auszeichnungen – u.a. einen Bayerischen Filmpreis und einen Ernst-Lubitsch-Preis - 1995 auch den Deutschen Filmpreis in Gold als bester Film, sowie Joachim Król als bester Schauspieler und Sönke Wortmann als bester Regisseur. Dies machte den Film zu einer der erfolgreichsten deutschen Komödien der 1990er Jahre.
Die Comic-Verfilmung war nicht nur sehr erfolgreich an der Kinokasse oder erhielt einige wichtige Preise, sondern sie wurde auch mehrheitlich von den Kritikern gelobt. Doch es gab auch Kritik an dem Film. Denn sowohl von Ralf König selbst als auch von weiteren Kritikern wurde bemängelt, dass vor allem viele Klischees über Schwule gezeigt wurden, während in Ralf Königs Comics sowohl Hetero- als auch Homosexuelle durch eine überspitzte Darstellung karikiert wurden.
Trotz aller Kritik gehört "Der bewegte Mann" ganz sicher zu den großen Klassikern der deutschen Komödienfilme. Es ist lohnt deshalb, sich die hochkarätig besetzte Comic-Verfilmung auch über 30 Jahre nach seinem Erscheinen noch einmal im Fernsehen anzusehen und darüber nachzudenken, ob sich die Sicht auf den Film und das darin gezeigte Gesellschaftsbild heute verändert hat.
Foto 1: Til Schweiger als Axel Feldheim und Rufus Beck als Walter © Constantin Film
Foto 2: Katja Riemann als Doro © Constantin Film
Foto 3: Antonia Lang als Elke Schmitt und Til Schweiger als Axel Feldheim © Constantin Film
Foto 4: von l.n.r.: Armin Rohde als Horst, der Metzger, Rufus Beck als Walter und Joachim Król als Norbert Brommer © Constantin Film
Info:
Der bewegte Mann (Deutschland 1994)
Genre: Komödie, Homosexualität, Comic-Verfilmung, Kultklassiker
Filmlänge: ca. 90 Min.
Regie: Sönke Wortmann
Drehbuch: Sönke Wortmann
nach den Comics Der bewegte Mann (1987) und Pretty Baby (1988) von Ralf König
Darsteller: Til Schweiger, Katja Riemann, Joachim Król, Rufus Beck, Armin Rohde, Antonia Lang, Martina Gedeck, Kai Wiesinger, Monty Arnold, Heinrich Schafmeister, Martin Armknecht, Mike Reichenbach, Christof Wackernagel, Leonard Lansink u.a.
FSK: ab 12 Jahren
″Der bewegte Mann" wird am Do. 01.01.2026 um 20:15 Uhr bei ONE gezeigt und dort am Fr. 02.01.2026 um 22:25 Uhr wiederholt.



