Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom Donnerstag, 29. Januar 2026, Teil 3Redaktion
Berlin (Weltexpresso) - „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist ein generationsübergreifender Film, der die ganz großen, aber auch die ganz kleinen Themen und Fragen des Lebens mit tiefgehender Emotion behandelt. Gleichwohl ist es ein Coming-of-Age-Film, in dem ein junger Mann seinen Platz in der Welt finden muss, eine schmerzlich-schöne Erzählung vom allmählichen Erwachen aus einer großen Traurigkeit und der langen Suche nach einer neuen Lebensganzheit. Es geht um die Tragikomik menschlicher Existenz oder wie es Großvater Hermann im Film sagt: „Um die große Sehnsucht, den Schmerz, den wir alle in der Brust tragen, die Lücke zwischen uns und all dem, was wir wollen. Auch was wir sein wollen.“
Das Zitat des Titels, entlehnt aus Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, den ebenfalls Großvater Hermann im Film zitiert („Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle!“), ist Nukleus für die große Lebensfrage, die die Geschichte stellt, nicht nur durch den Verlust geliebter Menschen, sondern auch auf der Suche nach dem eigenen Selbstbild und im Streben nach einem Moment innerer Einheit – im Versuch, eine Leerstelle im Verständnis von sich selbst zu füllen.
Die Vorlage der Verfilmung mit selbem Titel stammt von Bestsellerautor Joachim Meyerhoff. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist Teil drei seiner sogenannten „Alle Toten fliegen hoch“-Reihe, autofiktionale Romane, in denen er Vergangenes aus seinem Leben vergegenwärtigt. In Band drei sind das seine „Münchner Jahre“. Die hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner als Schauspielschüler der Otto-Falckenberg-Schule bei seinen Großeltern verbracht, die in dieser Liebeserklärung an deren großbürgerliche, mondäne, von theatralischen Ritualen geprägte Welt eine zentrale Rolle spielen.
Für Filmemacher Simon Verhoeven ist „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ein Herzensprojekt. „Ich habe ganz viele verschiedene persönliche Beziehungen im Spiel, warum dieser Film so besonders ist für mich. Natürlich in erster Linie, weil ich den Roman liebe. Ich habe den Roman gelesen und verschlungen und habe so viel gelacht, aber auch geweint. Das
Wunderbare an der Geschichte ist, dass sie das Leben in all seinen Facetten einfängt, so komisch und so tragisch und so ernst und so albern und so süß und so bitter – wie es eben ist. Ich habe immer davon geträumt, dass ich den Roman irgendwann einmal verfilmen darf.“
Die Verfilmungsrechte von dem Roman „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, der 2015 im Verlag von Kiepenheuer und Witsch erschienen ist, hatte sich die Berliner Produktionsfirma Komplizen Film gesichert, wie zuvor schon von Meyerhoffs „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“, den die Produzenten Janine Jackowski, Jonas Dornbach und Maren Ade mit Sonja Heiss realisiert hatten und bei der ebenfalls Warner Bros. Produktions- und Verleihpartner war. Über die ganz besondere Qualität von „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ sagt Produzentin Janine Jackowski: „Es ist der vielleicht ikonischste Teil der ,Alle Toten fliegen hoch-Reihe, es ist auch der Roman, bei dem ich persönlich am lautesten gelacht habe. Joachim verlässt sein Elternhaus, beginnt seine Schauspielausbildung in München und zieht zu seinen Großeltern, die ja nicht gewöhnliche Großeltern sind, sondern Respekt einflößend, genial und sehr eigen – eine Konstellation voller großartigem Humor, tiefer Melancholie und der Suche nach sich selbst. Der Roman erzählt vom Erwachsenwerden, vom Suchen nach Identität und vom Loslassen – und das mit einer Leichtigkeit und Präzision, die ich so noch nie gelesen hatte.“ Als Koproduktionspartner holte Komplizen Film noch Doll Filmproduktion an Bord.
Die Leichtigkeit und Präzision ist Joachim Meyerhoffs ganz eigener Sprache zu verdanken. „Meyerhoffs Sprache ist witzig, scharf, poetisch und zutiefst menschlich. Er verbindet Humor mit existenzieller Tiefe, ohne Pathos, aber mit Wärme und Genauigkeit. Diese Balance aus Tragik und Komik, Selbstironie und Empathie macht seine Bücher einzigartig. Man verbindet sich mit Joachim Meyerhoffs Figuren und geht mit ihnen jeden Umweg, den sie gehen müssen“, sagt die Produzentin. Die Einzigartigkeit der Sprache, aber gleichermaßen die im Buch beschriebene Welt haben auch Simon Verhoeven fasziniert: „Die von Joachim Meyerhoff kreierte Welt mit seinen Großeltern, der Schauspieldiva Inge und dem Philosophieprofessor Hermann, ist eine ganz besondere. Sie ist sehr eigenwillig und detailliert, und doch erkennen sich viele Menschen darin wieder, auch ich. Sie ähnelt entfernt der Welt, in der ich aufgewachsen bin. Joachim Meyerhoff hat eine so wunderbare Sprache, eine so einzigartige Sprache. Ich würde mir nicht anmaßen zu sagen, dass sie meiner sehr ähnlich ist. Aber ich fühle mich seinem Blick auf die Menschen und seinem Blick auf das Leben sehr nahe.“
Foto:
©Verleih
Info:
Regie : Simon Verhoeven
Drehbuch: Simon Verhoeven
Besetzung: Bruno Alexander, Senta Berger, Michael Wittenborn, Anne Ratte-Polle, Katharina Stark, Tom Schilling, Johann von Bülow, Viktoria Trauttmansdorff, Laura Tonke, Devid Striesow, Friedrich von Thun….
Länge : 135 Minuten
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