kunst gegen todAusstellung: Bilder aus Theresienstadt, Römerhallen Frankfurt vom 20.–29. Januar 

Felicitas Schubert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - „Ich erinnere mich noch heute an die Menschen, die mich um ein Bild ihrer Pritsche oder einer anderen Szene aus dem damaligen Theresienstadt baten. Nur als Souvenir, wie sie sagten, weil sie davon ausgingen, dass sie eines Tages in ihr früheres Leben zurückkehren würden, und etwas haben wollten, das sie ihren Freunden und Bekannten zeigen konnten.“ (Alfred Kantor)

Die beiden von der Gedenkstätte Theresienstadt erstellten Banner-Ausstellungen zeigen die künstlerische Zeugenschaft zweier junger Menschen, die das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt haben. Der Prager Zeichner Alfred Kantor wurde von den deutschen Nationalsozialisten als 18-Jähriger in die Festungsstadt deportiert, um diese als Mitglied eines Aufbaukommandos in ein Ghetto für Jüdinnen und Juden umzuwandeln. Er selbst, seine Mutter und seine Freundin wurden hier dann unter den unmenschlichsten Bedingungen interniert. Während die beiden Frauen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden, kam Kantor als Zwangsarbeiter ins KZ-Außenlager Schwarzheide. Sowohl in Theresienstadt als auch hier hielt er seine Erlebnisse in Skizzen fest, die er aus Sicherheitsgründen aber fast alle vernichten musste.

Kurz nach seiner Befreiung gestaltete er in einem Lager für Displaced Persons in Deggendorf ein Buch mit 127 kolorierten Zeichnungen, die er mit zweisprachigen deutschen und englischen Beschriftungen versah. Sie dokumentieren sachlich und eindrucksvoll das Martyrium so vieler Menschen, von denen nur wenige überlebten.

Die Auschwitz-Überlebende Helga Weiss (Hošková-Weissová) war erst zwölf Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus Prag ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Während ihres dreijährigen qualvollen Aufenthalts schuf sie über hundert Zeichnungen von einzigartigem künstlerischen und dokumentarischen Wert. Sie fangen das Leben der eingepferchten, vernachlässigten und misshandelten Menschen aus der Sicht eines Kindes ein. Die Ausstellung wird durch Kurzbiografien ergänzt, darunter von Margot Friedländer und Trude Simonsohn, Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt am Main.

Vernissage

Donnerstag, 22. Januar 2026, 19 Uhr

Anmeldung bitte bis 20.1.2026 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Begrüßungen u. a. durch Jiří Čistecký (Botschafter der Tschechischen Republik), Juraj Macháč (Botschafter der Slowakischen Republik), Mark Dainow (Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Kuratoriumsmitglied im Deutschen Kulturforum östliches Europa) und Jan Roubínek (Direktor der Gedenkstätte Theresienstadt)

Musikalische Umrahmung: Oleksandr Darmits, Violine

Finissage

Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr

Anmeldung bitte bis 27.1.2026 an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Begrüßungen u. a. durch Uwe Becker (Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus) und Benjamin Graumann (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main). Mit einem Zeitzeuginnengespräch mit Ruth Berta Haas, geboren 1929 in Prag, 1943 deportiert nach Theresienstadt

 

Foto:
Mit Wasserfarben kolorierte Zeichnung von Alfred Kantor
© Gedenkstätte Theresienstadt

Info:

Römerhallen der Stadt Frankfurt
Römerberg 23
60311 Frankfurt am Main
Eintritt frei

Ausstellung mit Werkreproduktionen von Alfred Kantor und Helga Weissova-Hošková
20. bis 29. Januar 2026
Öffnungszeiten: tägl. 10 bis 18 Uhr

Weitere Informationen finden Sie auf der Website.

Eine Veranstaltung des Honorarkonsuls der Slowakischen Republik für Hessen und AKIM Deutschland in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Theresienstadt und dem Deutschen Kulturforums östliches Europa, gefördert von den Botschaften der Tschechischen und der Slowakischen Republik, dem Slowakischen Institut, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main, dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main, Lotto Hessen, der Gemeinnützigen Hertie Stiftung, dem Land Hessen, dem Hessischen Landtag, dem Eintracht Frankfurt Museum, DGWA und Israel Bonds.

Quelle: Kulturforum