Marko Martin c AnkeIlling grosswird am 22. Januar auf der Öffentliche Gedenkveranstaltung  der Werner-Schulz-Preis in Leipzig verliehen

Siegrid Püschel

Berlin / Leipzig (Weltexpresso) - Am 22. Januar 2026 vergibt die Werner-Schulz-Initiative e.V. zum zweiten Mal den Werner-Schulz-Preis in Gedenken an den Bürgerrechtler und Bundestags- und Europaabgeordneten Werner Schulz. Diesmal in Leipzig. Mit dieser Auszeichnung werden Personen gewürdigt und unterstützt, die in seinem Geist für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte wirken. 2026 wird der Publizist Marko Martin mit dem 7.500 Euro dotierten Preis geehrt.

„Der Werner-Schulz-Preis“, so Marko Martin, „erfüllt mich mit großer Freude, aber auch mit Demut – im Wissen darum, wieviel ich Anderen verdanke und deren widerständigem Denken und Tun. Man steht ja immer auf den Schultern anderer Menschen aus sehr unterschiedlichen Ländern und Generationen. Genau dieses Vermitteln und Ins-Gedächtnis-Zurückrufen sehe ich auch weiterhin als immense Herausforderung. Damit die wirklichen „Gesprächsfäden" – und zwar nicht diejenigen zwischen den Despoten, sondern zwischen denen, die Freiheit brauchen wie die Luft zum Atmen – nicht reißen."

Die öffentliche Preisverleihung findet am Geburtstag von Werner Schulz, dem 22. Januar 2026 um 18 Uhr, im Rahmen einer Festveranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Friedliche Revolution auf dem Mediencampus Villa Ida in Leipzig statt.

Die Laudatio hält die Bundestagsabgeordnete und politische Weggefährtin von Werner Schulz, Katrin Göring-Eckardt. Die Preisübergabe erfolgt durch den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Leipzig Harald Langenfeld, den Vorsitzenden der Preis-Jury Stephan Bickhardt sowie Thomas Vogel, Vorsitzender des Vorstandes der Werner-Schulz-Initiative.

Im Anschluss sprechen Marko Martin und der Autor und Aktivist Jacob Springfeld mit Moderatorin Gesine Dornblüth über „Freiheitsaufgaben“, das heißt die Verantwortung der Bürgergesellschaft für eine wehrhafte Demokratie. Mit den beiden Kultur- und Menschenrechtsaktivistinnen Zlata Zhuravlova (Ukraine) und Kacia (Belarus) werden im Rahmen der Veranstaltung außerdem die ersten Werner-Schulz-Stipendiatinnen vorgestellt.

Die Preisverleihung wird von der Bundestiftung Aufarbeitung sowie der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gefördert. Das Preisgeld wird von der Sparkasse Leipzig gestiftet.

Marko Martin wurde 1970 im sächsischen Burgstädt geboren, nur 50 Kilometer von Zwickau, der Geburtsstadt von Werner Schulz entfernt. Im Mai 1989 verließ er als Kriegsdiensttotalverweigerer die DDR und lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Neben literarischen Tagebüchern zu Tel Aviv, Hongkong, Kuba und Südafrika erschienen in der Anderen Bibliothek zwei Erzählbände sowie der Porträtband „Dissidentisches Denken“, der vor allem an die Widerständigkeit ostmitteleuropäischer Autoren und Autorinnen erinnert. Zuletzt erschienen: „Brauchen wir Ketzer? Stimmen gegen die Macht“, „Und es geschieht jetzt. Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober“ sowie aktuell der Essayband „Freiheitsaufgaben“. 2016 war Marko Martin, Mitglied des PEN, Stadtschreiber in Wroclaw.

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©anke Illing

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Über die Werner-Schulz-Initiative
Die Werner-Schulz-Initiative e. V. wurde von einer Gruppe von Freund*innen, ehemaligen Wegbegleiter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft ins Leben gerufen, um in diesem Sinne dauerhaft die Erinnerung an Leben und Wirken von Werner Schulz aufrecht zu erhalten. Dazu gehört die Förderung internationaler Gesinnung, des Gedankens der Völkerverständigung sowie des bürgerschaftlichen Engagements zur Stärkung der Demokratie und der Zivilgesellschaft auf allen Ebenen. Zu diesem Zweck betreibt die Initiative Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Sichtbares Zeichen dafür ist unter anderem die Schaffung und Auslobung des Werner-Schulz-Preises. Erste Preisträgerin war 2025 die Aktivistin und Menschenrechtlerin Ina Rumiantseva. Seit 2025 vergibt die Initiative mit Unterstützung und Förderung durch die Heinrich-Böll-Stiftung und Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung Werner-Schulz-Stipendien, um politisch aktive Menschen zu fördern, die sich in herausragender Weise für zentrale und aktuelle Anliegen einer gemeinsamen europäischen Verständigungs- und Demokratie-Agenda engagieren.

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