Bildschirmfoto 2026 01 27 um 21.34.30Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller legte am 27. Januar im Namen der Landeshauptstadt Düsseldorf einen Kranz am Deportations-Mahnmal in Derendorf nieder

Valentina Ilgenstein

Düsseldorf (Weltexpresso) - Die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz jährt sich am Dienstag, 27. Januar 2026, zum 81. Mal. Der Jahrestag der Befreiung ist der nationale Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus und zugleich internationaler Holocaust-Gedenktag. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hatte am 27. Januar zusammen mit der Mahn- und Gedenkstätte zu einer Kranzniederlegung am Deportations-Mahnmal an der Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße geladen, um den Opfern der NS-Diktatur zu gedenken.

Bildschirmfoto 2026 01 27 um 21.34.00Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Christof Rasche, Vizepräsident des Landtags, Dr. Daniela Lesmeister, Staatssekretärin im Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender Jüdische Gemeinde Düsseldorf K.d.ö.R., legten Kränze nieder. Der Kantor der Jüdischen Gemeinde, Aaron Malinsky, sang das hebräische Trauergebet "El male rachamim".

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Diskriminierung, Ausgrenzung und Hass beginnen in den Köpfen der Menschen, in ihrer Sprache, im Hausflur und am Arbeitsplatz, im Stadtviertel und in der vertrauten Heimat. Genau hier liegt unsere heutige Verantwortung: Die Geschichte lehrt uns, Judenhass überall zu erkennen, zu benennen und ihn zu ächten."

Wolfgang Rolshoven, der Beauftragte zur Bekämpfung von Antisemitimus und zur Förderung jüdischen Lebens in Düsseldorf: "Auschwitz steht für den tiefsten Abgrund menschlicher Zivilisation. Dass jüdisches Leben heute – auch in Düsseldorf – wieder Angst erfahren muss, ist beschämend und alarmierend. Der 27. Januar erinnert uns daran, dass Gedenken ohne Konsequenzen hohl bleibt: Wir haben die Pflicht, jüdisches Leben zu schützen und Antisemitismus zu bekämpfen."

Am Dienstagabend, 27. Januar, 19.30 Uhr findet zudem im Maxhaus, Schulstraße 11, die Gedenkveranstaltung "Den Opfern eine Stimme leihen. Lebensgeschichten von verfolgten Düsseldorfer:innen 1933 bis 1945" statt. Zwar waren die meisten Verfolgten des NS-Regimes jüdische Menschen, doch betraf die nationalsozialistische Verfolgung auch viele andere: politisch Andersdenkende, unangepasste Menschen, Obdachlose oder queere Personen, psychisch Kranke oder Menschen mit Behinderungen sowie Männer und Frauen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in das Räderwerk der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie gerieten. Im Rahmen der Abendveranstaltung verleihen Düsseldorferinnen und Düsseldorfer den damaligen Opfern ihre Stimme. Anhand ausgewählter Lebensgeschichten und persönlicher Zeugnisse werden ihre Schicksale greifbar. Es gibt noch vereinzelte Restkarten. Die Teilnahme ist nur mit vorherige Anmeldung über die Mahn- und Gedenkstätte möglich, via E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0211-8996205.


Hintergrund Deportations-Mahnmal
Das Deportations-Mahnmal erinnert seit 2012 an die Tatsache, dass vom ehemaligen Güterbahnhof Derendorf aus ab Oktober 1941 tausende Düsseldorfer und niederrheinische jüdische Menschen in Ghettos und Konzentrationslager deportiert wurden. Sie waren zuvor in der Großviehhalle des städtischen Vieh- und Schlachthofes an der Rather Straße "gesammelt" worden. Kaum jemand kehrte zurück. Alleine 2.633 Menschen aus der Stadt Düsseldorf wurden – als Juden verfolgt – Opfer des Holocaust.

Fotos:
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