wendersDer Filmemacher , der gerade Jurypräsident der Berlinale war, am Mittwoch, 11. März, bis Freitag, 13. März 2026 in der ALTEN OPER Frankfurt

Carola Schmitt

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Als einer der wichtigsten Regisseure unserer Zeit hat Wim Wenders ein halbes Jahrhundert Filmgeschichte geschrieben. Seit seinem Durchbruch mit „Alice in den Städten“ Anfang der 1970er Jahre realisierte er mehr als 30 Kinofilme, darunter zahlreiche preisgekrönte Klassiker wie „Paris, Texas“, „Der Himmel über Berlin“ oder „Buena Vista Social Club“. In seinem gesamten filmischen Schaffen kommt der Musik besondere Bedeutung zu: „Musik und Film gehören für mich zusammen, denn Musik heißt auch, mit den Ohren zu sehen“, sagt Wim Wenders.

„Ich kann mir keinen Film von mir vorstellen, in dem die Musik nicht eine tragende Rolle spielt.“ Um diese tragende Rolle der Musik geht es, wenn die Alte Oper Frankfurt dem Filmemacher anlässlich seines kürzlich gefeierten 80. Geburtstags von Mittwoch, 11. März, bis Freitag, 13. März 2026, ein Festival mit Filmvorführungen, Livemusik und Gesprächen ausrichtet – ein Festival, das gemeinsam mit Wim Wenders gestaltet wurde und ihn dabei auch persönlich zu Wort kommen lässt.


Mit „Buena Vista Social Club“ und „The Soul of a Man“ sind dabei zwei Filme Wim Wenders’ zu sehen, in denen die Musik selbst zum Gegenstand wird. Jeweils im Anschluss wird die Geschichte musikalisch weitererzählt – mit Livemusik aus Kuba bzw. mit Blues-Klängen. Gezeigt wird aber auch mit „Die Gebrüder Skladanowsky“ ein weniger bekannter Film von Wim Wenders, den er gemeinsam mit Absolvent*innen der Hochschule für Fernsehen und Film realisierte. Die Hommage an zwei Pioniere der Filmgeschichte wird dabei in der Alten Oper eine musikalische Live-Begleitung und -Kommentierung erhalten. Gleich dreimal wird zudem Wim Wenders während des Festivals selbst auf dem Podium zu erleben sein. In einer für das Festival ausgearbeiteten Lecture-Performance resümiert er, wie sehr die Musik bis heute treibende Kraft in seiner filmischen Arbeit ist. Und auch im Gespräch mit dem Sänger Wolfgang Niedecken wird die Leidenschaft für die Musik zum Thema.

Mit dem Festival knüpft die Alte Oper an eine Ausstellung des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum an: Vom 11. März 2026 bis zum 18. Oktober 2026 würdigt das Filmmuseum das umfangreiche und bedeutende Schaffen des Regisseurs.

Wim Wenders blickt mit Vorfreude auf das Festival: „Erst im vergangenen Jahr, als der großartige, leider inzwischen verstorbene Sebastião Salgado in der Alten Oper sein letztes gewaltiges Werk AMAZȎNIA präsentierte, durfte ich den Großen Saal der Alten Oper als eindrucksvollen Kinosaal erleben. Jetzt in diesem Raum und Rahmen, unter der Prämisse der Musik, meine Filme zeigen zu können, empfinde ich als großes Geschenk. Ich freue mich darauf, meine Geschichten, Bilder und Musiken, die mich seit Jahrzehnten begleiten, gemeinsam mit dem Frankfurter Publikum neu zu entdecken.“

Intendant Dr. Markus Fein ergänzt: „Wim Wenders’ Werke sind Teil unseres kollektiven Bildergedächtnisses – viele seiner Filmszenen haben sich unauslöschlich eingebrannt. Umso schöner ist es, in diesem Festival einmal die Perspektive zu wechseln: weg vom ikonischen Bild, hin zum Klang. Wir richten den Fokus auf die Musik als Motor des Erzählens und damit auf einen sehr persönlichen Aspekt im Schaffen des Regisseurs. Umso glücklicher bin ich, dass wir dieses Festival gemeinsam mit Wim Wenders gestalten konnten, dass wir ihn auch persönlich bei uns empfangen dürfen und dass wir uns direkt von ihm in seine Welt führen lassen können.“


WIM WENDERS: DRIVEN BY MUSIC
Der Filmemacher in Frankfurt

Mittwoch, 11. März, bis Freitag, 13. März 2026

DAS PROGRAMM


Mittwoch, 11. März 2026, 19.00 Uhr ▪ Großer Saal
DRIVEN BY MUSIC
Lecture-Performance von und mit Wim Wenders

Er wisse nicht, ob er ohne Musik überhaupt Filmemacher geworden wäre, sagte Wim Wenders einmal dem „Independent“ in einem Interview – und bezog sich dabei sicherlich nicht nur auf die Tatsache, dass er einst im Pfandhaus sein Saxofon für seine erste Filmkamera verpfändete. Um biografische Bezüge zur Musik, aber auch um die tragende Rolle, die die Musik in seinen Filmen spielt, und um seine vielen persönlichen Verbindungen zu Musikerpersönlichkeiten geht es in einer Lecture-Performance, mit der Wim Wenders das ihm gewidmete Festival am Mittwoch, 11. März 2026, um 19.00 Uhr im Großen Saal der Alten Oper eröffnet.
€ 20,- (Endpreis) / Kombiticket 11. März: € 30,- (Endpreis)


Mittwoch, 11. März 2026, 20.30 Uhr ▪ Großer Saal
Film und Musik
DIE GEBRÜDER SKLADANOWSKY
(D 1995, R.: Wim Wenders mit Student*innen der HFF München, 80 Min.)
LAURENT PETITGAND Klavier, Gitarre, Saxofon, Akkordeon, Gesang

Mit seinem Film „Die Gebrüder Skladanowsky“ erwies Wim Wenders zwei fast vergessenen Pionieren der Frühgeschichte des Films seine Hommage. Der Film, den er gemeinsam mit Absolvent*innen der Hochschule für Fernsehen und Film München realisierte, spannt den Bogen von den ersten „Lebenden Bildern“, die die Brüder Max und Emil Skladanowsky 1895 dem Berliner Publikum auf dem von ihnen entwickelten Bioscop präsentierten, bis in die 1990er Jahre. Die Alte Oper zeigt dieses filmische Denkmal am Mittwoch, 11. März 2026, von 20.30 Uhr an im Großen Saal. Dabei wird den bewegten Bildern eine weitere klangliche Ebene hinzugefügt: Der Komponist, Sänger, Schauspieler und Instrumentalist Laurent Petitgand, Lieferant zahlreicher Soundtracks für Filme von Wim Wenders, begleitet den in 4K restaurierten Film live mit E-Piano, Saxofon, Mundharmonika und Gitarre.
€ 20,- (Endpreis) / Kombiticket 11. März: € 30,- (Endpreis)

Donnerstag, 12. März 2026, 18.00 Uhr ▪ Großer Saal
WIM WENDERS IM GESPRÄCH MIT EVA-MARIA MAGEL

19.00 Uhr ▪ Großer Saal
Film
BUENA VISTA SOCIAL CLUB
(D/USA 1998/99, R.: Wim Wenders, 105 Min.)
Konzert
THE SARAHBANDA: Sarah Willis Horn, Yuniet Lombida Saxophon, Harold Madrigal Frias Trompete, Amelia Febles Violine, Carlos García Kontrabass, Edgar Olivero Klavier, Alejandro Aguiar Percussion, Adel González Percussion

Mit „Buena Vista Social Club“ verbindet sich einer der größten internationalen Erfolge Wim Wenders’. Für die 1999 realisierte, durch seinen langjährigen Freund Ry Cooder initiierte Dokumentation erhielt Wenders unter anderem eine Oscar-Nominierung und den Europäischen Filmpreis. Der Film machte den kubanischen „Son“ und die Musiker*innen, die sein Erbe bewahrten, einem Publikum in der ganzen Welt bekannt – auch in der Alten Oper wurden die im Film porträtierten Altmeister*innen im Livekonzert gefeiert. Am Donnerstag, 12. März 2026, wird der Film „Buena Vista Social Club“ um 20.30 Uhr auf der Großleinwand im Großen Saal der Alten Oper gezeigt. An diesem Abend gibt es nicht nur eine Wiederbegegnung mit Klassikern wie „Chan Chan“ und „Dos Gardenias“, sondern auch einen Blick darauf, wie die Geschichte fortgeschrieben wird: Das Ensemble Sarahbanda, das die Hornistin Sarah Willis gemeinsam mit jungen kubanischen Musiker*innen des Lyceum de la Habana gegründet hat, interpretiert im Anschluss an die Filmvorführung die traditionelle kubanische Tanzmusik neu.
€ 20,- / 30,- / 40,- / 50,- (Endpreise)


Freitag, 13. März 2026, 18.00 Uhr ▪ Großer Saal
WIM WENDERS IM GESPRÄCH MIT WOLFGANG NIEDECKEN
EVA-MARIA MAGEL, MODERATION

19.00 Uhr ▪ Großer Saal
Film
THE SOUL OF A MAN
(D/USA 2002, R.: Wim Wenders, 103 Min.)

Ca. 21.00 Uhr ▪ Albert Mangelsdorff Foyer
BLUES-SESSION mit dem DANIEL STELTER TRIO

Auch der dritte Festivaltag, Freitag, 13. März 2026, rückt die Verbindung zwischen Film und Musik im Schaffen Wim Wenders’ ins Zentrum. Der Abend ist als Dreiklang aus Gespräch, Film und Livemusik angelegt und steht unter dem Motto Rock & Blues. Zunächst, um 18.00 Uhr, begegnet Wim Wenders auf dem Podium des Großen Saals dem Sänger Wolfgang Niedecken. Die beiden sind einander seit vielen Jahren eng verbunden – durch ihre Herkunft im Rheinland, durch ihre Leidenschaft für die Musik wie auch das eigene Schaffen als Maler, aber auch durch ein gemeinsames Filmprojekt: 2001 drehte Wim Wenders eine große Dokumentation über die Geschichte der Kölschrockband BAP und ihren Gründer. Diese Gemeinsamkeiten, aber auch die unterschiedlichen Blickwinkel auf die künstlerische Arbeit sind Thema des Gesprächs zwischen dem Filmemacher und dem Sänger.

Musik und Musiker*innen spielen auch die zentrale Rolle in Wim Wenders’ Film „The Soul of a Man“, den die Alte Oper um 19.00 Uhr auf der Großleinwand des Großen Saals zeigt. 2002 steuerte Wim Wenders diese Hommage an den Blues als Beitrag zu einem von Martin Scorsese produzierten Projekt bei – einer Sammlung von sieben Filmen, in denen das Wesen des Blues ergründet wird. Wenders fokussierte sich auf die Lebensgeschichte dreier seiner Blues-Helden, Skip James, J. B. Lenoir und Blind Willie Johnson, und ließ deren Songs von Musiker*innen seiner Zeit wie Lou Reed, Nick Cave oder Cassandra Wilson neu interpretieren. „Diese Songs haben für mich die Welt bedeutet“, sagt Wenders. „Ich spürte, dort steckte mehr Wahrheit drin als in jedem Buch oder jedem Film, die man über Amerika lesen oder sehen konnte. Was mich so stark berührte an diesen Liedern und diesen drei einzigartigen Stimmen des Blues, habe ich versucht, wie eine Geschichte zu erzählen, nicht so sehr auf ‚dokumentarische’ Art.“

Im Anschluss an die Filmvorführung ist das Publikum ins Albert Mangelsdorff Foyer zur Blues-Session mit dem Daniel Stelter Trio eingeladen.
€ 15,- / 20,- / 25,- / 30,- (Endpreise)

Foto:
Wim Wenders
© Gerhard Kassner

Info:
Tickethotline: 069 / 1340 400 ▪ www.alteoper.de

Wim Wenders: Driven by Music
Veranstalter: Alte Oper Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Wim Wenders Stiftung und Wenders Images.
Filmvorführungen in Kooperation mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
www.alteoper.de/wenders 

W.I.M. Im Lauf der Zeit. Eine Wim Wenders Ausstellung
11. März 2026 bis 18. Oktober 2026, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Wim Wenders gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Weltkinos der Gegenwart. Seine Spielfilme PARIS, TEXAS und DER HIMMEL ÜBER BERLIN gehören zum internationalen Film-Kanon, ebenso seine innovativen Dokumentarfilme PINA, BUENA VISTA SOCIAL CLUB und DAS SALZ DER ERDE. Sein international erfolgreichster Film, PERFECT DAYS, war 2024 für einen Oscar® nominiert.
Die Ausstellung widmet sich seinem Leben und Werk und zeigt zahlreiche Exponate wie Drehbücher, Fotos, Requisiten und Kostüme. Als Highlights spricht Wenders den Audioguide ein und gestaltet eine immersive Installation, die in seine Bildwelten eintauchen lässt.
Eine Ausstellung des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der Bundeskunsthalle, Bonn, der Wim Wenders Stiftung und mit freundlicher Unterstützung von Wenders Images und Road Movies.