Künstlerinnengespräch 500x800Mittwoch, 18. Februar 2026 im Museum Reinhard Ernst Wiesbaden

Redaktion

Wiesbaden (Weltexpresso) - Noch bis zum 22. Februar 2026 ist die Ausstellung Helen Frankenthaler moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian Schiess im Museum Reinhard Ernst zu sehen. Zum Gespräch mit beiden Künstlerinnen und der Kuratorin der Ausstellung lädt das Museum ein. Im Gespräch mit Ausstellungskuratorin Lea Schäfer sprechen Jenny Brosinski und Ina Gerken über ihre ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk Helen Frankenthalers. 


Jenny Brosinski, die mit dreizehn Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist, verbindet mit Helen Frankenthaler weit mehr als nur das Medium Malerei: Mut und Risikobereitschaft erweisen sich als treibende Kraft im Schaffen beider Künstlerinnen. Wagnisse einzugehen, überrascht werden, experimentieren, die Malerei weiter vorantreiben wollen. Mit diesen Worten beschrieb Frankenthaler ihre Arbeitsweise, die Brosinski teilt, indem sie vermeintliche malerische Unfälle erkennt, mit diesen Elementen bewusst weiterarbeitet und aus ihnen unvorhergesehene Kompositionen entwickelt. Das Werk von Frankenthaler lernte sie während ihres Kunststudiums kennen.

 Wie Frankenthaler arbeitet auch Brosinski auf ungrundierter Leinwand – ein rohes Material, das die Entstehung des Bildes nicht nur gnadenlos offenlegt, sondern auch für immer einspeichert Jeder Pinselstrich, jeder Farbtropfen bleibt sichtbar. Korrekturen werden als produktiver Zufall aufgefasst. Die beiläufig wirkende Ästhetik entsteht aus der Bereitschaft, Kontrolle abzugeben und sich vom Material leiten zu lassen. 

Spontanität und Intuition spielen bei der Entstehung eines Bildes von Ina Gerken eine tragende Rolle. Es ist ein Vorgang, der für die Künstlerin selbst voller Überraschungsmomente steckt. In ihren Werken treffen expressiv-malerische Gesten und Wischungen auf den völlig freien Lauf wässriger Farbe. Um das bewusste Eingreifen in den Malprozess gering zu halten, arbeitet die Künstlerin schnell und wechselt häufig die Position. Die Werke entstehen mal an der Wand, mal begibt sie sich in das Bild hinein, indem sie es auf dem Boden bearbeitet – wie Frankenthaler, deren Schaffen Gerken hierzu bewegte 

„An Frankenthalers Arbeit schätze ich vor allem den erzählenden Aspekt innerhalb ihrer ungegenständlichen Malerei, der die Betrachtenden assziieren, fühlen und eine eigene Ordnung finden lässt. Die Verbindung zum eigenen Unterbewusstsein, das überraschende Bilder hervorbringt, sowie eine Inspiration, die in Natur und Landschaft liegt, ohne jedoch eine konkrete Landschaft abbilden oder nachahmen zu wollen, sind Aspekte ihrer Malerei, die ich auch für meine eigenen Werke als relevant empfinde.“ 

Die aktuelle Sonderausstellung im mre, Helen Frankenthaler moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian Schiess, zeigt eindrücklich, wie Pioniergeist und Vielseitigkeit in ihrem Schaffen bis heute zeitgenössische Künstler:innen bewegen: Jenny Brosinski (*1984), lna Gerken (*1987) und Adrian Schiess (*1959) haben teilweise bisher nicht gezeigte Arbeiten Frankenthalers aus der Sammlung Reinhard Ernst ausgewählt und in einer gemeinsamen Hängung mit ihrem eigenen Werk in Szene gesetzt.

Über die Künstlerinnen

Jenny Brosinski studierte zunächst Illustration an der École supérieure des arts décoratifs de Strasbourg und an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und wechselte dann an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee, um dort 2012 ihr Studium als Meisterschülerin abzuschließen

Ina Gerken lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin bei Katharina Grosse war. Ihr erstes Staatsexamen legte sie an der Kunsthochschule Mainz ab. Ina Gerken erhielt Stipendien und Residencies unter anderem vom ISCP International Studio & Curatorial Program, New York (2024-25), von der Stiftung Kunstfonds (2024), von der Pollock-Krasner Foundation (2023) und von der Skowhegan School of Painting and Sculpture (2022). Sie wird von Galerien in New York, Turku und Zürich vertreten.

Foto:
Jenny Brosinski © Joost Jossen,
Ina Gerken © Anton Pfurtscheller

Info:

Museum Reinhard Ernst 

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 12–18 Uhr
Mittwoch 12–20 Uhr
Montags geschlossen

Mittwoch, 18. Februar 2026
Einlass: 17:30 Uhr, Beginn der Veranstaltung: 18:00 Uhr