makMAK 2026; Neuaufstellung der Schausammlungen WIEN 1900 und TEXTILIEN UND TEPPICHE, GLANZSTÜCKE und die erste große Würdigung und Einzelausstellung für den so früh verstorbenen, uns unvergessenen deutschen Künstler und Filmemacher

Anna von Stillmark

Wien (Weltexpresso) - Seit 2021 ist Lilli Hollein die Generaldirektorin des Museums für Angewandte Kunst (MAK) und mischt die Museumslandschaft durchaus auf! Für die Deutschen, erst recht für die Frankfurter kann man hinzufügen, daß sie die Schwester des ehemaligen Direktors der Schirn, des Städel und des Liebighauses, Max Hollein ist, der heute Chef des Metropolitan Museum of Art in New Yor ist; sie ist auch die Tocher des ebenfalls berühmten Architekten Hans Hollein, der u.a. in Frankfurt das Museum Moderner Kunst errichtete. 
 
Für das MAK Wien war das Jahr 2025 höchst erfolgreich und es sieht ganz danach aus, daß auch 2026 mindestens so erfolgreich sein wird, ja sogar weitere Besucherströme erwarten läßt. Das alles ist nur möglich, weil die geplanten und vorbereiteten Ausstellungen auf das so umfangreiche Reservoir der Sammlung zurückgreifen können. Das MAK bietet im Jahr 2026 tatsächlich ein thematisches Spektrum, wie es nur in diesem Museum mit der Breite seiner Sammlung möglich ist. Auf die im Dezember eröffnete Ausstellung HELMUT LANG. SÉANCE DE TRAVAIL 1986–2005 / Excerpts from the MAK Helmut Lang Archive, die mit enormem Publikumszuspruch und weltweitem Medienecho fulminant startete, folgen im Frühjahr 2026 lange vorbereitete Neuaufstellungen von zwei Schausammlungen: WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk, konzipiert vom Künstler Markus Schinwald, und TEXTILIEN UND TEPPICHE in einer Gestaltung des Designstudios Formafantasma.

Ab Mai würdigt das MAK den auch nach seinem frühen Tod im Jahr 2010 unverändert relevanten Künstler Christoph Schlingensief mit der ersten umfassenden Einzelausstellung in Österreich. Man kann es nicht fassen, wenn man Christoph Schlingensief und seine Aktionen sowie Filme kannte, daß er schon 15 Jahre tot ist. Er hat seinen Tod uns anderen selbst moderiert, könnte man sagen, und noch zu seinen Lebzeiten, als es ihm schon sehr sehr schlecht ging, die Traurigen getröstet. Seine Art, nicht im Kämmerlein Kunst und Filme zu machen, sondern nicht nur die um ihn herum, sondern eine größere Öffentlichkeit anzusprechen und mitzunehmen, ist unvergessen und heute von vielen anderen ausprobiert. 

In der Vorschau auf 2026 spielen auch ab Juni eine Rolle die GLANZSTÜCKE. Van Cleef & Arpels Haute Joaillerie × Meisterwerke der MAK Sammlung eine hochkarätige Ausstellungskooperation. Zu den Highlights 2026 zählt ebenfalls die Großausstellung VOR EINBRUCH DER DUNKELHEIT. Die Wiener Wohnkultur der Zwischenkriegszeit, an deren Inszenierung das MAK seit zwei Jahren mit der renommierten Bühnenbildnerin Anna Viebrock arbeitet.

Mit diesem programmatischen Spektrum knüpft das MAK an die konsequente Aufbauarbeit der vergangenen Jahre an, die das Museum als offenes und publikumsfreundliches Haus weiterentwickelt hat – eine erfolgreiche Strategie, die sich nun in einem deutlichen Anstieg der Besucher*innenzahlen widerspiegelt.

MAK Generaldirektorin Lilli Hollein: „Wir konnten im Jahr 2025 185.210 Besucher*innen im MAK Wien begrüßen und verzeichnen ein sehr erfreuliches Besucher*innenplus von 16 %. Ins MAK gesamt, inklusive der Exposituren in Brtnice und Los Angeles, kamen 201.169 Besucher*innen, und damit knapp über 15 % mehr als im Vorjahr. 55.760 Besucher*innen kamen in die Ausstellung PECHE POP, die eine der bestbesuchten Ausstellungen der jüngeren MAK Geschichte ist. Auch unsere HELMUT LANG-Ausstellung ist von Start weg höchst erfolgreich, mit einer Eröffnung am 9. Dezember, die das Haus zum Pulsieren brachte und für mediale Resonanz quer über den Globus, bis hin zu Wallpaper, Vogue America, Business of Fashion oder Harper’s Bazaar Brasil, sorgte. Möglich sind Erfolge wie im Vorjahr dank eines engagierten Teams, überzeugten Partner*innen, die uns auf vielen Ebenen unterstützen, sowie Künstler*innen und Kunstschaffenden, die sich diesem Haus verbunden fühlen. Es freut mich außerordentlich, dass Hito Steyerl dem MAK im Jahr 2025 für ihre Personale ihr Vertrauen geschenkt und uns den Austausch mit einer so wichtigen Künstlerin und Denkerin der Gegenwart ermöglicht hat. Wir glauben an die Kraft und an die Möglichkeiten von Kunst und Gestaltung, und daran, dass das MAK dafür einen einzigartigen, unvergleichbaren Raum und Nährboden bietet.“

Foto: 
MAK Jahrespressekonferenz, 19.1.2026
Lilli Hollein, Generaldirektorin des MAK
© MAK/Christian Mendez 

Info: 
Museum für angewandte Kunst
Museum of Applied Arts
Stubenring 5,
1010 Wien, AT
MAK.at