IMG 8435 Foto Zoller die beiden Kuratoren Museum Frieder Burda in Baden-Baden 

Sabine Zoller

Baden-Baden (Weltexpresso) - Noch bis zum 8. Februar 2026 ist die hochkarätige Schau in der Lichtentaler Allee zu sehen, bevor sie ab 28. Februar im Museum Barberini in Potsdam präsentiert wird. Seit Anfang Oktober zieht die Ausstellung „Liebermann und seine Zeit – Impressionismus in Deutschland“ im Museum Frieder Burda in Baden-Baden tausende Besucherinnen und Besucher in ihren Bann und bietet zudem virtuelle Führungen an: Dienstags um 18 Uhr und samstags um 16 Uhr führen  Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittler live per Zoom durch die aktuellen Werke dank 360-Grad-Ansichten gibt es die die Kunstwerke sowohl in der Gesamtschau als auch im Detail zu entdecken.

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Bereits in den ersten zwei Wochen kamen mehr als 10.000 Menschen in das Museum, ein eindrucksvoller Auftakt für eine Ausstellung, die sich rasch als Publikumsmagnet etabliert hat. Für Museumsdirektor und Kurator Daniel Zamani ist dies ein besonderer Erfolg und er bezeichnet die Schau „als eine der bedeutendsten Impressionismus-Ausstellungen seit der legendären Präsentation in der Nationalgalerie 1979.“ Denn selten waren so viele zentrale Werke dieser Bewegung an einem Ort vereint. Rund fünf Jahre lang hat er an dem Projekt gearbeitet und eine Ausstellung realisiert, die nicht nur kunsthistorisch, sondern auch logistisch eine Meisterleistung darstellt.

IMG 8518 Foto Zoller Ortrud Westheider Im Zentrum der Ausstellung steht Max Liebermann, der große Wegbereiter des deutschen Impressionismus. Zamani beschreibt ihn nicht nur als herausragenden Künstler, sondern auch als Netzwerker und Influencer seiner Zeit. Gemeinsam mit Lovis Corinth und Max Slevogt bildet Liebermann das berühmte Dreigestirn des deutschen Impressionismus. Ihre Werke zeigen das moderne Leben um 1900 in leuchtender Farbigkeit, mit freiem Pinselduktus und einer neuen, unmittelbaren Sicht auf Alltag, Arbeit und Freizeit.

Ein besonderer Höhepunkt ist Max Slevogts monumentales, fast vier Quadratmeter großes Gemälde „Der Sänger Francisco d’Andrade als Don Giovanni“, das eigens mit einer Sondergenehmigung aus der Alten Nationalgalerie in Berlin nach Baden-Baden ausgeliehen wurde. Damit sind erstmals in einer Ausstellung drei Porträts des berühmten Berliner Opernstars Francisco d’Andrade aus der Hand Slevogts gemeinsam zu sehen. Insgesamt vereint die Ausstellung 108 Werke aus 64 internationalen Sammlungen, darunter Leihgaben aus Paris, Wien und Berlin. Viele dieser Gemälde gelten als kaum reisefähig und haben feste Plätze in ihren Museumssammlungen, umso außergewöhnlicher ist ihre Zusammenführung in Baden-Baden.

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In acht thematischen Kapiteln entfaltet sich ein vielschichtiges Bild des Impressionismus in Deutschland zwischen 1880 und 1920. Neben den bekannten Protagonisten werden 20 weitere Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, darunter auch lange vergessene Frauen des Impressionismus, deren Beiträge nun neu gewürdigt werden.

Kooperation mit dem Museum Barberini

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Museum Barberini in Potsdam. Direktorin Ortrud Westheider betont, dass die Idee zu dieser Schau in Potsdam geboren wurde und über Jahre hinweg in mehreren Schritten vorbereitet worden sei. Grundlage des begleitenden Katalogs ist ein wissenschaftliches Symposium, das ebenfalls in Potsdam stattfand. Das Museum, das eine der bedeutendsten Impressionismus-Sammlungen weltweit verfügt, darunter 40 Werke von Claude Monet aus der Sammlung Hasso Plattner, übernimmt die Ausstellung von Baden-Baden, die damit 2026 in ein regelrechtes Impressionismus-Jahr  fällt. Neben „Liebermann und seine Zeit“ im Museum Barberini zeigt die Nationalgalerie „Paul Cassirer – Der Durchbruch des Impressionismus“ und die Berlinische Galerie widmet sich Lovis Corinth. Zudem plant die Liebermann-Villa am Wannsee eine Ausstellung zum Selbstverständnis des Künstlers.

Foto  Impressionen der Ausstellung sowie die beiden Kuratoren Daniel Zamani und Ortrud Westheider vor Max Slevogts monumentalem, fast vier Quadratmeter großem Gemälde „Der Sänger Francisco d’Andrade als Don Giovanni“ © Sabine Zoller