Die neue Kulturkorrespondenz ist da!Redaktion
Berlin (Weltexpresso) - Kinder auf zwei Autoscootern, die gerade aufeinanderprallen — das Titelbild zeigt einen jener Augenblicke, in denen alles in Bewegung ist, Licht, Lärm, Lachen. Eine Kirmes ohne die Boxautos ist heute kaum vorstellbar. Doch das Vergnügen, das sich darin ausdrückt, ist weit älter als jede elektrische Attraktion. Bevor sich Karussells drehten und Zucker zu Watte versponnen wurde, waren es Schausteller, Gauklerinnen und Musikanten, die Menschen anzogen.
Ihre Bühne waren die Jahrmärkte, hervorgegangen aus Kirchweihfesten und Wallfahrten, bei denen sich Frömmigkeit, Handel und Zerstreuung von Anfang an mischten. Auf einem der größten Jahrmärkte im östlichen Europa ist diese Verbindung bis heute im Namen deutlich: auf der Matthäuskirmes, tschechisch Matějská pouť, in Prag/Praha. Pouť bedeutet beides, Kirmes und Wallfahrt. Das moderne Fahrgeschäft auf unserem Titelbild verweist damit auf eine lange Kultur des Vergnügens — und auf das Thema dieses Heftes: Vergnügen und Unterhaltung: Die Kunst des Zeitvertreibs.
Wie unterschiedlich Unterhaltung sein kann, zeigen die Beiträge dieser Ausgabe. Der Historiker Philipp Ther erläutert im Interview, warum Musik in der Habsburgermonarchie ein Herrschaftsinstrument war. Auf dem Internationalen Deutschsprachigen Theaterfestival in Esseg/Osijek in Kroatien stehen junge Schauspielerinnen und Schauspieler deutschsprachiger Minderheiten aus ganz Europa auf der Bühne. Maria Luft erinnert an den Zirkus Busch, der Breslau/Wrocław einst zur internationalen Manege machte, bevor Krieg und Verfolgung dem Unternehmen ein Ende setzten. Wir stellen Ihnen leise Formen des Zeitvertreibs vor: Alexander Welscher schreibt über Lettlands besondere Beziehung zum Buch. Aber Vergnügen kann sich auch laut äußern, beispielsweise in dem weltberühmten Tarzan-Schrei von Johnny Weissmüller, dem Judith Hördt ein Portrait widmet.
Und abseits des Schwerpunktthemas erklärt Dawid Smolorz, warum sich an einer Grenze zwischen Polen und Tschechien bis heute die Gemüter erhitzen – wegen gerade einmal 3,8 Quadratkilometern. Die neue Kulturkorrespondenz erscheint am 15. Februar.
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