Eintracht Frankfurt unterliegt äußerst unglücklich dem 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal 0:1

 

von Claudia Schubert

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Nein, an Gerechtigkeit und Moral darf man nicht denken oder glauben, wenn es um Fußball geht. Da geht es unterm Strich eigentlich nur um Sieg oder Niederlage. Das, was am Mittwochabend mit mehr als 120 Minuten dramatisch ausging, gehört eben zu dem, was man andererseits am Fußball liebt, das Unberechenbare. Hier trat dies  auf in der vorletzten Minute eines Pokalspiels, in dem durchgehend Eintracht Frankfurt gegenüber den Lauteren den Ball angab, kein Tor erzielte, aber die Verlängerung von je 15 Minuten, in der dann das Glück dem eingewechselten Richard Sukuta-Pasu zum Schluß half, sein guter Schuß auch!

 

 

Von Anfang an war die Eintracht gut aufgestellt und angriffsfähig. Aber, das muß man sich auch erst einmal vorsagen, hier kämpft eine Mannschaft der Zweiten Liga gegen eine aus der Ersten. Und das nun wiederum war diesem Spiel ganz und gar nicht anzusehen. Über 46 000 Zuschauer feierten eine aufmüpfige Eintracht – ja, die zahlreichen Lauterer Fans muß man hier abziehen - , die zeigte, daß sie gewinnen will, daß sie spielen kann, daß sie Kraft hat und Schnelligkeit auch und eine Mannschaft, die immer mehr zueinander findet und sich versteht, zudem auch voller Selbstvertrauen steckt.

 

Nur hilft das im Fußball nichts, wenn nicht auch Tore fallen. Nicht, daß sie es nicht versucht hätten. Alexander Meier war besonders eifrig, aber es war nicht der Tag des Erwin Hoffer. Schon in der 6. Minute wäre Meiers Paß von Hoffer unter normalen Umständen verwandelt worden, so aber war dies der Auftakt von Daneben- und Vorbeischießen. Dabei hatte der „Jimmy“ genannte Hoffer, der so gut die letzten Spiele aufmotzte, sich doch eigentlich vorgenommen, vor heimischem Publikum seiner ehemaligen Mannschaft ‚eins rein zu geben‘. Die nun wiederum blieben bis auf die letzten Minuten eine derartige harmlose Mannschaft, die zum Prädikat „Erste Liga“ gar nicht paßte. Aber sie haben gewonnen und nur das zählt. Im Nachhinein kann man nun auch deutlich sagen: Nicht so schlimm, denn die gesamte Konzentration der Eintracht Frankfurt ist jetzt auf den Aufstieg gerichtet. Pokal hin und her, Geldeinnahmen wären schön gewesen, aber abhaken und weitermachen.

 

Man kann das Spiel nach den Torchancen gliedern, die in der 28., in der 39., und auch in der zweiten Halbzeit vorhanden waren. Aber dann verließen die Eintrachtler schon leicht die Kräfte. Einige Minuten gab es eine vollkommene Balance und dann war auf einmal ein Tor für die Lauterer fast näherliegend als für die Frankfurter. Sicher ist das der Grund, warum das Gegentor in der 119. Minute einigermaßen gefaßt akzeptiert wurde. Zumindest im Stadion. Denn, was nach dem Spiel an Pöbeleien und dann echten Gewalttaten wie Steinewerfen nicht allein von den Pfälzern, sondern vor allem von den Frankfurter Fans passierte, ist nicht akzeptabel.

 

Das Merkwürdige dabei ist nur, daß derartige Ausschreitungen in den Sportberichten der großen Frankfurter Tageszeitungen nicht vorkommen. Doch, doch, darüber berichtet wird schon. Aber nur auf den Lokalseiten wird vom Einsatz von über 1000 Polizisten berichtet, die nötig waren, um erst einmal die ankommenden Lauterer (Sonderzug mit 800 einschließlich 150 gewaltbereiten Fans), die gleich mit bengalischen Feuern loslegten, zu beruhigen, bzw. einzuschüchtern. Die durchaus kriegerischen Auseinandersetzungen von angeblichen Fußballfreunden sind kein Thema allein für Polizei und Gerichte, sondern für alle Fußballfreunde. Was kann man tun, damit derartiger Haß und Gewalt  erst nicht entsteht?

Getan werden muß etwas, auch von den Eintrachtoberen, die wieder Geldstrafen erwarten dürfen, deren verfallendes moralisches Renommee aber noch wichtiger ist.

 

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