Aquarium im Exotarium Copyright Zoo FrankfurtDer Zoo Frankfurt zieht Bilanz

Redaktion

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Der Masterplan wurde beschlossen, das neue Zoorestaurant ist durchgeplant und der Anschluss an die Fernwärme wird vorbereitet: 2025 war ein Jahr der Weichenstellung für den traditionsreichen Frankfurter Zoo. Zu den Highlights aus dem Tierbereich gehörten der Nachwuchs bei den Sumatra-Tigern, den Erdferkeln und den Gelbrückenduckern.

Mit der Zooentwicklung geht es voran, auch wenn davon auf dem Gelände noch nicht viel zu sehen ist. So sind in den letzten Monaten die Planungen für das neue Zoorestaurant weit gediehen. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten starten. Im Dezember 2025 wurden die Verträge zwischen der Mainova und der Stadt Frankfurt zum Anschluss des Zoos an die Fernwärme unterzeichnet und damit einer wichtigen Maßnahme zur zuverlässigen und klimafreundlichen Wärmeversorgung des Zoos der Weg geebnet. Besonders spannend und zukunftsweisend sind die Entwicklungen beim Masterplan für die Neugestaltung von mehr als der Hälfte des Zooareals.
 
„Im Frühjahr 2025 stimmten sowohl der Magistrat als auch die Stadtverordnetenversammlung für die bauliche Zukunftsentwicklung des Zoos im Sinne des Masterplans Zookunft2030+. Aktuell läuft das Verfahren zur Auswahl der Partner für die Bauplanung“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Im Frühjahr werden sie ihre Arbeit aufnehmen und sich der Ausgestaltung der ersten Umbauphase ‚Serengeti‘ widmen. Damit nimmt die Entwicklung des Zoos konkrete Formen an, damit er auch in Zukunft seine Aufgaben in Bildung, Forschung und vor allem im Natur- und Artenschutz erfüllen und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt bei ihrer Naturschutzarbeit in den Herkunftsländern unserer Zootiere unterstützen kann.“

„Für unsere Besucherinnen und Besucher stehen verständlicherweise die Tiere im Mittelpunkt des Interesses – wie etwa unsere jungen Sumatra-Tiger im letzten Jahr. Das gab uns die Möglichkeit, in unseren Bildungsformaten besonders deutlich auf die Situation ihrer wildlebenden Artgenossen aufmerksam zu machen. Den Lebensraum von Wildtieren zu bewahren, ist eine gewaltige Aufgabe, die nur gelöst werden kann, wenn viele mithelfen. Wir haben daher auch im vergangenen Jahr unsere Naturschutzpartner mit Geldern, unter anderem aus dem Naturschutz-Euro, gefördert und mehrere Forschungsarbeiten zu Zoo- und Wildtieren unterstützt“, sagt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.


Besucherentwicklung

751.252 Besucherinnen und Besucher kamen im vergangenen Jahr in den Zoo – etwa ebenso viele wie 2023. Im Vergleich zu 2024 ist das Aufkommen im letzten Jahr insgesamt um 1,8 Prozent leicht gesunken. In den Monaten April und Dezember zog es allerdings außergewöhnlich viele Menschen in den Zoo.


Entwicklungen im Tierbestand

Zum Jahresabschluss wurde wie üblich in allen Revieren Inventur gemacht. Dabei wird stets der Tierbestand zum Stichtag 31. Dezember betrachtet. Alle Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien sowie etliche tausend Wirbellose, also Insekten, Spinnen, Korallen, Seeanemonen und viele mehr, gilt es zu erfassen. Demnach lebten am 31. Dezember 2025 etwa 6000 Wirbeltiere in 390 Arten sowie unzählige Wirbellose in 90 Arten im Zoo.


Säugetiere: 1500 Individuen in 86 Arten

Im Bestand der Säugetiere gab es 2025 einige Bewegungen: Die Haltung von Afrikanischen Wildhunden und Kattas, eine Lemurenart, wurde aufgegeben. Nach einer Pause wieder da sind die Zwergmangusten. Im Frühjahr musste der fast 19 Jahre alte Asiatische Löwe Kumar krankheitsbedingt eingeschläfert werden. Ende des Jahres kam der junge Löwe Mani aus dem Zoo von Köln nach Frankfurt und teilt sich nun die Anlage mit Löwin Zarina.

Eine wesentliche Veränderung gab es im Menschenaffenhaus: In Abstimmung mit dem Europäischen Zuchtprogramm zogen fünf Sumatra-Orang-Utans von Frankfurt nach Belgien in den Zoo Pairi Daiza um. Im Gegenzug kamen von dort drei weibliche Tiere, die nun mit dem in Frankfurt geborenen zwölfjährigen Männchen Sayang eine neue Gruppe bilden.

Besondere Zuchterfolge gab es unter anderem bei den Madagaskar-Weißschwanzratten, die mehrere Würfe aufzogen, sowie bei den Rostkatzen. Wegen Renovierungsarbeiten war die Zwergotter-Anlage im Grzimekhaus einige Zeit unbesetzt. Im letzten Jahr ist dort wieder ein junges Paar der agilen Raubtiere aus Südostasien eingezogen.


Vögel: 324 Individuen in 63 Arten

Zwei Vogelarten, die lange Jahre das Bild des Zoos prägten, haben Frankfurt im vergangenen Jahr verlassen: die Rosapelikane und die Mandschurenkraniche. Ebenso beendet wurde die Haltung des Stachelibis. Neu in den Faust-Vogelhallen sind dafür Montezumawachteln sowie Hellaugenibisse, eine von der IUCN als „stark gefährdet“ eingestufte Ibisart aus Madagaskar.

18 Vogelarten konnten erfolgreich vermehrt werden, darunter der im Freiland ausgestorbene Vietnamfasan und der in Zoos relativ selten erfolgreich vermehrte Kahnschnabel. In den Vogelbüschen wuchsen neben den Fasanen auch Säbelschnäbler, Blauracken und Europäische Bienenfresser heran. Auch die Falklandkarakaras zogen drei Jungvögel auf. Um den Königsgeiern mehr Platz und Ruhe zu bieten, wurde die Haltung der Karakaras allerdings im Laufe des Jahres beendet. Im Juwelensaal der Vogelhallen, wo farbenprächtige Kleinvögel gehalten werden, war unter anderem die Zucht von Rotkopf-Papageiamadinen, Blaukrönchen und den stark gefährdeten Kapuzenzeisigen mit mehreren Bruten erfolgreich.


Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellose

Bei den Reptilien gab es Ende 2025 circa 340 Individuen in 75 Arten, bei den Amphibien circa 270 Individuen in 23 Arten, bei den Fischen über 3000 Individuen in 143 Arten und bei den Wirbellosen Tausende Individuen in 90 Arten.

Zahlreiche Nachzuchten bei den Reptilien gab es 2025 bei den Blauen Bambustaggeckos und den Kronenbasilisken mit jeweils mehr als 20 Jungtieren.

Schwieriger ist die Erfassung der Wirbellosen, zu denen sowohl die Korallen und Anemonen als auch die Ameisen zählen. Diese sind aber so zahlreich, dass sie in der Statistik jeweils als ein Volk oder ein Schwarm erfasst werden. Ein besonderer Neuzugang bei den Wirbellosen im Exotarium war letztes Jahr die Königskrabbe.

Bei den Amphibien stand im vergangenen Jahr ein kleiner Frosch im Mittelpunkt: Das Grüne Buntfröschchen ist in seiner Heimat Madagaskar stark gefährdet. Der Zoo Frankfurt bemüht sich daher um dessen Zucht. Mit Erfolg: Über 100 kleine Frösche sind 2025 geschlüpft und aufgewachsen und werden nun an andere Einrichtungen abgegeben. Auch zur Erhaltung einheimischer Amphibienarten leistet der Frankfurter Zoo seinen Beitrag, indem er zum Beispiel im Rahmen der Initiative Citizen Conservation Mitteleuropäische Feuersalamander züchtet.

Bei den Fischen konnte der Zoo im vergangenen Jahr einige Nachzuchterfolge bei mehreren bedrohten Süßwasserfischen verzeichnen, zum Beispiel bei der nur in einem kleinen Gebiet auf Sri Lanka vorkommenden Bandula-Barbe oder dem Ameca-Hochlandkärpfling, der in seiner mexikanischen Heimat zwischenzeitig bereits ausgestorben war. Die lebendgebärenden Pfauenaugen-Stechrochen kamen insgesamt auf erfreuliche 14 Jungtiere. Aufgegeben wurde unter anderem die Haltung der Piranhas.


Tierpatenschaften

Am 31. Dezember zählte der Zoo 3145 Tierpatinnen und Tierpaten mit insgesamt 3704 Patenschaften. Spenden aus Tierpatenschaften kommen zu einhundert Prozent der Tierhaltung zugute. Die Gelder fließen zum Beispiel in den Neu- oder Umbau von Gehegen oder in Maßnahmen zur Tierbeschäftigung. „2025 gingen Gelder aus Tierpatenschaften unter anderem in zwei besonders schöne Projekte: Den Umbau der großen Schauanlage im Eingangsbereich des Zoos zu einer neuen Innenanlage für unsere Großen Ameisenbären und die Neugestaltung der alten Fennek-Anlage im Giraffenhaus“, sagt Zoodirektorin Dr. Geiger.

Beliebtestes Patentier bleibt das Erdmännchen mit über 600 Patinnen und Paten, gefolgt von den Zwergziegen. Der beliebteste Paten-Vogel ist der Humboldt-Pinguin, bei den Reptilien hat der Taggecko die Nase vorn. Der Erdbeerfrosch ist die bei Patinnen und Paten beliebteste Amphibie, bei den Fischen macht das Seepferdchen das Rennen und bei den Wirbellosen führt der Seestern die Hitliste an.


Bildung und Vermittlung

Die Abteilung Bildung und Vermittlung klärt in vielfältigen Programmen anschaulich und methodenreich über die Notwendigkeit auf, Biodiversität zu erhalten. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, Umweltbewusstsein zu steigern und die verschiedenen Aspekte biologischer Vielfalt und ihre Bedeutung zu vermitteln. Auch die Anforderungen an eine moderne Zootierhaltung sind Thema der Programme. 2025 konnten circa 9400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in insgesamt 628 Programmen erreicht werden. Das Interesse an geführten Touren durch den Zoo war groß: In 591 Führungen wurden Schulklassen und Privatpersonen unterschiedliche Themen nahegebracht. Sehr gefragt waren wieder Einblicke in die Welt bestimmter Tierarten aber auch spezielle Themen wie das Sozialverhalten von Primaten.

Einige Klassen kamen auch, um über die Zukunft der Zoos zu diskutieren und sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen – für den Zoo ein wichtiger Bestandteil der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Beliebt sind nach wie vor die Kindergeburtstagsführungen, von denen 127 stattfanden.

2025 nahm die Abteilung ein neues Programm in ihr Angebot auf: Frankfurter Tagespflege- und Senioreneinrichtungen werden von einem Zoomitarbeiter besucht, der in spannenden und unterhaltsamen Vorträgen vom Zoo und seiner Arbeit berichtet. 37 Vorträge fanden bisher statt, 2026 wird das Angebot fortgeführt.


Und noch ein paar Zahlen aus dem Zoo

Podcast: Der Naturschutzpodcast „Hinter dem Zoo geht’s weiter“ ist eine Gemeinschaftsproduktion des Zoos und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). 2025 erschienen 14 Folgen. 33.489 Downloads wurden erfasst, und damit wieder deutlich mehr als im Vorjahr. Die am meisten gehörte Folge hatte den Titel „Fressen und gefressen werden: Wie Tierpopulationen gesund bleiben“.

Naturschutzbotschafter von Zoo und ZGF: Dank der 40 ehrenamtlichen Naturschutzbotschafter konnten der Zoo und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt bei Veranstaltungen und Einsätzen im Zoo und außerhalb über die gemeinsame Arbeit im Naturschutz informieren. Die Naturschutzbotschafter haben 2025 unter anderem an ihren Infomobilen mehr als 1600 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Foto:
Aquarium im Exotarium
©Zoo Frankfurt