unissNachtrag: Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 8. Januar 2026, Teil 16

Craig Brewer

Memphis (Weltexpresso) - Ich lebe in Memphis, Tennessee. Wer in Memphis lebt, ist umgeben von Musik. Elvis Presley, Al Green, B.B. King, Johnny Cash, Isaac Hayes, Justin Timberlake, GloRilla: Sie alle stammen aus Memphis und haben sich auf der internationalen Musikbühne einen Namen gemacht. In Memphis zu leben, bedeutet aber auch, diejenigen zu kennen, die es nie geschafft haben. Die Kneipenheld*innen und all die unbekannten Stimmen, die ihre Chance niemals bekommen haben. Sie singen in Spelunken, auf Jahrmärkten, in Autohäusern, auf Geburtstagsfeiern und Bar Mizwas. Wenn der Auftritt vorbei ist, die Barrechnung bezahlt, das Trinkgeldglas geleert und die Lichter ausgegangen sind, packen sie ihre Sachen zusammen und gehen nach Hause.

Oft ohne Applaus, ohne Versicherung und ohne Altersvorsorge leben sie von der Hand in den Mund und halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Ich habe miterlebt, wie ein Mann an einem Samstagabend in einer Bar zu „Hound Dog“ den gesamten Laden zum Beben brachte. Am nächsten Morgen hat mir derselbe Mann in einem Diner eine Tasse Kaffee serviert.
Solche Künstler*innen gibt es in jeder Stadt. Wenn man vor Jahren nach Hollywood kam, sagten die Leute immer, man solle ins „Dresden“ gehen und sich Marty und Elayne anschauen.
Das war ein älteres Ehepaar, das Jazz-Coversongs im Lounge-Stil sang. Waren sie weltweit bekannte Stars? Nein. Aber in Los Feliz waren sie Legenden. Man hielt zu ihnen. Sie haben
einem ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Als ich 2009 zum ersten Mal Greg Kohs’ Dokumentarfilm Song Sung Blue sah, war ich tief erschüttert. Wie konnte ich noch nie von diesem Duo aus Milwaukee gehört haben, das eine
Neil-Diamond-Tribute-Band gegründet hatte? Der Film erzählte mir die Geschichte eines Paares aus der Arbeiterklasse, dem Schmerz und Verlust im Leben widerfahren waren. Dennoch fanden sie Liebe und Erlösung, indem sie gemeinsam in Bars und auf Jahrmärkten auftraten. Beide kamen aus gescheiterten Ehen, wagten aber dennoch den Schritt, gemeinsam eine Familie zu gründen. Lightning war ein Vietnam-Veteran, der ein Alkoholproblem hatte. Thunder war alleinerziehende Mutter und kämpfte mit psychischen Problemen. Die Schwierigkeiten und Schicksalsschläge, denen sich die beiden ausgesetzt sahen, waren erbarmungslos und geradezu unfassbar. Ich erinnere mich, dass ich dachte, dass das doch alles nicht wahr sein konnte. Wie schaffte es eine Familie, so viele Schicksalsschläge zu verkraften, aber dennoch zusammenzuhalten und weiter ihre Träume zu verfolgen?

Wir fiebern mit den Underdogs mit, weil wir ihren Kampf als unseren eigenen empfinden. Wir brauchen echte Menschen, die Widrigkeiten überwinden, nicht nur Superheld*innen in Capes.
Angesichts all der Probleme, mit denen wir in den Vereinigten Staaten zu kämpfen haben, möchte ich einfach daran glauben, dass der „American Dream“ noch immer Wirklichkeit werden kann.

Ich möchte an „Lightning & Thunder“ glauben. Ich hoffe, euch geht es genauso.

Foto:
©Verleih


Info:
STAB
Regie CRAIG BREWER
Drehbuch CRAIG BREWER
Nach dem Dokumentarfilm von GREG KOHS

BESETZUNG
Rolle Schauspieler*in Synchronstimme
Mike/Lightning HUGH JACKMAN Thomas Nero Wolff
Claire/Thunder KATE HUDSON Bianca Krahl
Mark Shurilla MICHAEL IMPERIOLI Viktor Neumann
Rachel ELLA ANDERSON Nisha Wunder
Angelina KING PRINCESS Franziska Trunte
Sex Machine MUSTAFA SHAKIR Tobias Schmitz
Dayna HUDSON HENSLEY Atreju Marti
Eddie Vedder JOHN BECKWITH Oscar Hoppe
Dr. Dave Watson FISHER STEVENS Hans Hohlbein
Tom D’Amato JIM BELUSHI Joachim Tennstedt

TECHNISCHE DATEN
Hauptfilm: SONG SUNG BLUE
Bildformat: Flat 2D
Tonformat: Dolby 5.1, 7.1, Atmos
Sprachfassungen: GV, OV & OmU
Laufzeit: 132 Min 36 Sek
Motionchair: N/A
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren, FF
Deskriptoren: Gewalt, Bedrohung, Verletzung
Barrierefrei: G&S
Credit Offset: 02:06:42:00

Abdruck aus dem Presseheft