astrid 3Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 22. Januar 2026, Teil 11

Redaktion 

Hamburg (Weltexpresso) - Astrid Lindgren, die vor allem durch ihre Kinderbücher wie „Pippi Langstrumpf“, „Michel aus Lönneberga“ und „Ronja Räubertochter“ bekannt wurde, prägte mit ihren Werken Generationen von Leser*innen. ASTRID LINDGREN – DIE MENSCHHEIT HAT DEN VERSTAND VERLOREN ist ein Dokumentarfilm über die noch unbekannten Astrid Lindgren als Chronistin des Zweiten Weltkriegs, auf ihrem Weg zur Schriftstellerin. Während sich Astrids Tagebücher aus den Jahren 1939 bis 1945 zu einem intensiven Protokoll der Menschheitskatastrophe und privater Krisen entwickeln, bekommt Familie Lindgren in Stockholm Besuch von einem rothaarigen Mädchen, das sie nie wieder verlassen wird:
Astrid beginnt ihrer Tochter 1941 von Pippi Langstrumpf zu erzählen. 80 Jahre später machen sich die heute 90jährige Tochter Karin Nyman, die Enkelin Annika Lindgren und der Urenkel Johan Palmberg auf eine Reise in Astrid Lindgrens Welt von Liebe und Krieg.

Astrid Lindgren wollte schon als Kind ihren eigenen Weg gehen. Sie hat literarisches Talent, wird mit 19 ungewollt schwanger und muss sich als Sekretärin allein durchschlagen. Aus Angst, zu vereinsamen und aus Sorge um das Wohlergehen ihres unehelichen Sohns Lars, heiratet sie Sture Lindgren. 1934 kommt ihre Tochter Karin zur Welt. Die weltweite Krise war lange auch in Schweden das Normale. Doch seit dem Herbst 1939 ist in Stockholm alles in heller Aufruhr. Man hat Angst vor den Russen. Wenige Monate nach Hitlers Überfall auf Polen am 1. September hat Stalin ebenfalls zugeschlagen und den Nachbarn Finnland angegriffen. Astrid schreibt voller Empörung über die in ihren Augen psychisch kranken Diktatoren, über leidende Mütter von Soldaten und über Kinder als Opfer des Bombenkriegs. Und sie schreibt auf, was sie im Innersten fühlt, selbstkritisch, manchmal von Lebenszweifeln begleitet, oft aber auch mit Humor.

Sie bekommt einen neuen Job, der sie aus dem Einerlei der Hausfrau und Mutter herausholt. Für die geheime Zensurstelle der schwedischen Post öffnet sie als Kontrolleurin die Briefe von nach Schweden Geflüchteten. Manchmal tippt sie diese heimlich ab und klebt sie neben Zeitungsartikel in ihr Tagebuch. Und schreibt sich das blanke Entsetzen von der Seele, nach den ersten Meldungen über Judendeportationen in Deutschland.

Je weiter der Krieg fortschreitet, umso stärker sieht sie die Verlogenheit der Schweden, die sich hinter ihrer Neutralität verstecken. Sie nennt ihren Job beim Geheimdienst im Tagebuch eine Drecksarbeit. Und hat ein schlechtes Gewissen. Im Winter 1941 erzählt sie ihrer kranken Tochter Karin das erste Mal von einem rebellischen rothaarigen Mädchen, das ganz allein ohne Eltern lebt. Allmählich bewältigt sie so das Trauma, als junge Frau nichts aus ihrer Lust am Schreiben gemacht zu haben.

Wenn sie im Sommer mit ihren Kindern im geschützten Ferienhaus ist, denkt sie vermehrt ans fiktionale Schreiben. Dem Tagebuch vertraut sie an, dass sie nur glücklich sei, wenn sie schreibt. Als Astrid erfährt, dass Sture eine Geliebte hat und sie verlassen will, bricht ihre Welt zusammen.

Draußen an den Kriegsfronten tobt es immer heftiger, der Untergang von Hitlers „Drittem Reich“ ist nah. Nun scheint auch privat alles verloren zu sein. Doch das Tagebuch hilft, nicht aufzugeben. Nach einem halben Jahr ist Sture zurück. Als Astrid Ende 1945 die Kriegstagebücher schließt, hält sie die erste Druckausgabe der Pippi Langstrumpf in ihren Händen. Endlich hat sie ihren Weg gefunden. Vieles erzählt Astrid Lindgren im Film selbst, durch ihre Stimme in den Kriegstagebüchern. 20 Jahre nach ihrem Tod liegen die Originale bei der Tochter Karin auf dem Tisch und werden von Enkelin Annika und Urenkel Johan Heft für Heft ausgepackt. 

Foto:
©Verleih

Info:
Filmlänge: 98 Minuten
Bildverhältnis: 1,85:1
Drehformat: 4K
Tonformat: SRD 5.1
Produktionsland: Deutschland und Schweden
Produktionsjahr: 2025
Sprachen: Schwedisch mit englischen Untertiteln, Deutsche Synchronfassung

In den dokumentarischen Szenen zu sehen sind:
Astrid Lindgrens Tochter Karin Nyman
ihre Enkelin Annika Lindgren
und ihr Urenkel Johan Palmberg

Die szenischen Abschnitte sind besetzt mit:
Sofia Pekkari als Astrid Lindgren
Tom Sommerlatte als ihr Mann Sture Lindgren
Edda Braune und Ida Malene Schütte verkörpern Tochter Karin Lindgren
Lennard Leiste spielt Sohn Lars Lindgren

Buch & Regie: Wilfried Hauke

Abdruck aus dem Presseheft