Deutschlandfunk filuturDie 76. Berlinale vom 12. bis 22. Februar 2026, Wettbewerb, Teil 24

 

Claudia Schulmerich

 

Berlin (Weltexpresso) – Das ist natürlich eine ganz dumme Überschrift, denn was heißt hier ‚verdienen‘? Das kann immer nur der/diejenige beantworten, der/die dann mit seinem/ihrem Namen auch für die seiner/ihrer Meinung nach besten Film plädiert. Das ist oberste Aufgabe der Jury des Wettbewerbs. Das wäre dann erst mal der Goldene Bär für den Besten Film. Dann kommen aber die anderen Bären hinzu, die die Wettbewerbsjury weiter verteilen kann: die Silbernen Bären.

 

Von denen gibt es mehrere: den Großen Preis der Jury erhält der Film, den man sozusagen als zweitbesten ansieht den Preis für der Jury gilt dann entsprechend dem drittbesten Film.

Die Beste Regie, das Beste Drehbuch, eine „herausragende künstlerische Leistung“ und die schauspielerischen Leistungen kommen hinzu. Die sind nicht mehr in männliche und weibliche Rollen unterteilt, sondern nur für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle sowie einer Nebenrollen.

 

Meist sind die Preise dann ein Aushandlungsprozeß in der Jury. Ausgangspunkt sind meist die Filme selbst, die nicht alle die ersten drei Preise erhalten können, weshalb man in den Filmen danach sucht, welche der weiteren Preise sich dort unterbringen lassen. Aber dann gibt es auch Situationen, dass Leistungen in ansonsten eher minder geschätzten Filmen so sensationell sind, dass wirklich beispielsweise “eine herausragende künstlerische Leistung“ prämiert wird. Wir wollen uns hier nur um die Filme und die schauspielerische Leistung kümmern.

 

Das sind die Filme:

À voix basse – In a Whisper (dokumentarische Form, Selbstermächtigung)

At the Sea

Dao

Dust

Etwas ganz Besonderes

Everybody Digs Bill Evans

Gelbe Briefe

Josephine

Kurtuluş

Meine Frau weint

Moscas

Nina Roza

Queen at Sea (mit Juliette Binoche)

Rose (mit Sandra Hüller)

Rosebush Pruning (Regie: Karim Aïnouz)

Soumsoum, la nuit des astres

The Loneliest Man in Town

Wolfram

Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren

Yön Lapsi

Yo (Love is a Rebellious Bird) (dokumentarische Form)

 

Erst einmal muß man deutlich aussprechen, dass dies die seit vielen Jahren BESTE BERLINALE war, was die filmische Qualität der für den Wettbewerb ausgewählten Filme angeht. Das kann man unseren WELTEXPRESSO- Rezensionen entnehmen, denn es gab diesmal keinen echten Flop, wohl aber viele sehr gute und noch mehr gute Filme. Natürlich freut es deutschsprachige Journalisten und Journalistinnen, dass deutschsprachige Filme diesmal mit fünf Filmen dabei sind, von denen fast alle hoher Qualität sind und mit Preisen rechnen können. (Wir wollten gerne Österreich mit dabei haben, kommen aber jetzt mit dem ‚Deutschsprachigen‘ in Konflikt. Denn der richtig gute Film GELBE BRIEFE, der durchaus Wettbewerbschancen hat,  ist auf Türkisch in Deutschland gedreht und wird hier Deutsch synchronisiert gezeigt werden. Jetzt ist der Witz, dass es ein deutscher Film ist, aber nicht deutschsprachig. Sei’s drum.)

 

Wir erwarten also, dass auf jeden Fall ein Preis geht an:

Rose – Drama von Markus Schleinzer mit Sandra Hüller in der Hauptrolle

und/oder

Gelbe Briefe (Yellow Letters) – Regie: İlker Çatak.

oder

Etwas ganz Besonderes

oder

The Loneliest Man in Town – Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel

und wären damit sehr zufrieden.

 

Uns haben neben den oberen diese Filme besonders gefallen
Kurtuluş (Salvation) – Regie: Emin Alpe
Everybody Digs Bill Evans – Regie: Grant Gee
Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren - Regie: Anthony Chen
Moscas - Regie: Fernando Eimbcke

Die Kameraarbeit war bei so vielen Filmen ausgezeichnet, daß wir keinen herausstellen wollen, sondern auf die hohe Qualität hinweisen wollen.

Uns persönlich haben darüberhinaus besonders gefallen

Amy Adams in At the Sea

Juliette Binoche in Queen at Sea 

Der kleine Junge in Moscas

Das kleine Mädchen in Nina Roza

 

Warten wir's ab!

Foto:
©Deutschlandfilm Kultur