Bildschirmfoto 2026 03 11 um 08.37.05Serie: WIM WENDERS in Frankfurt: Ausstellung im Filmmuseum, DRIVEN BY MUSIC in der Alten Oper Frankfurt, Teil 1

Redaktion

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Wim Wenders, einem der international bedeutendsten deutschen Regisseure, widmet das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum 2026 eine umfassende Ausstellung. Rund um Wenders’ 80. Geburtstag am 14. August 2025 kuratierte das DFF zusammen mit der Bundeskunsthalle in Bonn zunächst die Ausstellung „W.I.M. Die Kunst des Sehens“ (1. August 2025 bis 11. Januar 2026) in Bonn und nun im DFF in Frankfurt am Main W.I.M. Im Lauf der Zeit. Eine Wim Wenders Ausstellung (11. März bis 18. Oktober 2026) mit verändertem Schwerpunkt. Die Schau beleuchtet Leben und Werk eines Filmemachers, Produzenten, Fotografen, Autoren und Bildenden Künstlers, der seit mehr als sechs Jahrzehnten die internationale Kultur prägt.

Die Ausstellung in Frankfurt zeigt zahlreiche Exponate wie Drehbücher, Fotos, Requisiten und Kostüme. Highlight ist eine von Wenders selbst geschaffene immersive Installation, die in seine Bildwelten eintauchen lässt. Künstler und Werk Wim Wenders zählt zu den wichtigsten Vertretern des Neuen Deutschen Films. In vielen seiner Filme stellte er nachdenkliche, suchende Figuren in den Mittelpunkt, die immer in Bewegung sind – per Zug, Auto, Schiff, Motorrad, Flugzeug oder Lastwagen. Wenders holte so Road Movie und Rockmusik ins deutsche Kino und teilte seine Faszination für die US-amerikanische Popkultur. Damit begeisterte er schon in den 1970er und 1980er Jahren das Kinopublikum, das sein kunstvolles Filmschaffen bis heute bewundert. Laut dem Filmkritiker Wolfram Schütte war Alexander Kluge der Kopf des Neuen Deutschen Films, Werner Herzog sein Wille, Volker Schlöndorff seine Hände und Füße, Rainer Werner Fassbinder sein Herz – und Wim Wenders sein Auge. Ihn zeichnen eine besondere Beobachtungsgabe und Einfühlsamkeit aus, die die Orte seiner Filme und die Seelenzustände seiner Figuren greifbar machen.

Wim Wenders versteht sich in erster Linie als „Reisender und dann erst als Regisseur oder Photograph“. Von ihm selbst stammt daher auch das Akronym im Ausstellungstitel „W.I.M.“, das gerne als „Wenders in Motion“ gelesen werden darf. Im eigens für die Ausstellung produzierten Audioguide begleitet Wenders die Besucher*innen höchstpersönlich durch sein Leben und Werk. Er erzählt von der Kindheit im zerbombten Nachkriegsdeutschland, von seiner frühen Faszination für die Malerei und den Film, vom Sog, den die USA auf ihn ausübten und von der Liebe zu Japan – ausgelöst durch die Filme des Regisseurs Yasujirō Ozu. Das Reisen und In-Bewegung-Sein ist ein zentrales Motiv seiner Filme und spiegelt auch Wenders’ Methode wider: Neue Orte inspirieren ihn zu Geschichten. „Bei mir steht am Anfang oftmals der Ort. Das kann ein unspektakulärer Platz in einer Stadt sein, oder eine verlassene Landschaft am Ende der Welt.“ Am liebsten arbeitet er ohne vorgefertigtes Drehbuch, sondern hat ein Grundgerüst, das die Reiseroute vorgibt, entlang derer sich der Film entfaltet. Er ist ein Regisseur, der sich ständig weiterentwickelt, angetrieben von einer unerschöpflichen Neugier auf neue Genres und Erzählformen, einer Lust, das Geheimnis von Künstler*innen aus Disziplinen wie Tanz, Mode, Architektur, Musik und dem Film selbst zu entschlüsseln. Auch die Suche nach technischen Innovationen, die immer neue Bilder ermöglichen, prägt seine Arbeit.

Seine Filme wurden auf den wichtigsten internationalen Festivals ausgezeichnet. Er erhielt die Goldene Palme in Cannes für PARIS, TEXAS (1984) sowie für DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987); zuletzt eine Oscar®-Nominierung für PERFECT DAYS (2023) als Bester Internationaler Film sowie den European Lifetime Achievement Award der European Film Academy. Bei der diesjährigen Berlinale fungierte Wim Wenders als Präsident der internationalen Jury – und das mitten in der Fertigstellungsphase seiner Dokumentation über den Schweizer Architekten Peter Zumthor.

Fotos:
©

Info:
W.I.M. Im Lauf der Zeit Eine Wim Wenders Ausstellung 11. März bis 18. Oktober 2026 im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main
Kurator*innen: Hans-Peter Reichmann und Isabelle Louise Bastian
Quelle: dff