Serie: WIM WENDERS in Frankfurt: Ausstellung im Filmmuseum, DRIVEN BY MUSIC in der Alten Oper Frankfurt, Teil 2Redaktion
Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Die Ausstellung führt durch Wenders’ Leben, Denken und Arbeiten. In atmosphärisch verdichteten Räumen wird seine kreative Methode ebenso erfahrbar wie die ästhetischen, musikalischen und filmhistorischen Bezüge seines Werks. Ein besonderer Fokus liegt auf wiederkehrenden Motiven wie dem Road Movie, der Bedeutung von Musik, der Auseinandersetzung mit den USA oder der Figur des Engels.
Viele Exponate stammen aus dem Archiv der Wim Wenders Stiftung, darunter Drehbuchentwürfe, Korrespondenzen, Notizbücher und Tagebücher. Ergänzt wird die Präsentation durch bedeutende Objekte aus den Sammlungen des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum: Polaroids, Kostüme und Requisiten aus der Sammlung Wim Wenders, Setfotografien sowie Architekturentwürfe der Filmarchitektin Heidi Lüdi zu DER AMERIKANISCHE FREUND (BRD / FR 1977) und DER HIMMEL ÜBER BERLIN (BRD / FR 1987) aus ihrem im DFF verwahrten Arbeitsarchiv. In Interviewsequenzen werden künstlerische Wegbegleiter*innen von Wim Wenders vorgestellt, darunter Kameramann Robby Müller, Editor Peter Przygodda oder die Schauspieler*innen Lisa Kreuzer und Rüdiger Vogler. Sie berichten von ihren Erfahrungen bei den Dreharbeiten und geben persönliche Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Diese Stimmen erweitern die Perspektive auf Wenders’ Werk und machen die kollektiven Entstehungsprozesse seiner Filme sichtbar.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine für Frankfurt am Main entwickelte Film-Jukebox, über die das Publikum interaktiv zu den Drehorten der Wenders-Filme gelangt und in viele seiner Filme hineinschauen kann. So entsteht eine filmische Reise durch Zeiten und Räume. Ein weiteres Highlight ist ein eigens eingerichtetes 3D-Kino, in dem Besucher*innen eine Kompilation aus drei von Wenders’ 3DKinofilmen erleben können.
Erstmals wird auch die Dauerausstellung des Museums einbezogen. Als Gastkurator bespielt Wim Wenders den Filmraum im zweiten Obergeschoss. Hier entsteht ein hexagonaler Raum, in dem auf fünf Projektionsflächen eine von Wim Wenders konzipierte immersive Installation gezeigt wird, die Bilder- und Klangwelten aus zahlreichen seiner Filme zu einer raumgreifenden Erfahrung macht. „Nicht linear erzählt, wie sonst im Kino“, beschreibt es Wenders im Audioguide, sondern sozusagen kubistisch, aus mehreren Perspektiven – intuitiv, assoziativ…“
Wim Wenders und das DFF
Mit dem DFF und Frankfurt am Main verbindet Wim Wenders eine lange Freundschaft, begonnen hat sie mit den Vorführungen seiner frühen Filme im damaligen Kommunalen Kino in den 1970er-Jahren. Über längere Zeit wohnte Wenders in einer Wohnung in der Feldbergstraße im Frankfurter Westend. 1988 zeigte das Deutsche Filmmuseum in der Ausstellung Schauplätze. Kino-Reisen-Bilder von Wim Wenders Fotografien seiner Motivsuchen, darunter Polaroids von Städten, Gegenständen und Landschaften, die später zu seinen Filmbildern führten. Mehrfach war er Gast am Schaumainkai und präsentierte seine aktuellen Filme. Auch nutzte der Regisseur das Dach des DFF für Dreharbeiten zur Anfangssequenz seines Films LISBON STORY (DE/PT 1994). Veranstaltungen Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Filmreihen, Vorträgen, Workshops, Führungen und einer Master Class mit Wim Wenders, ermöglicht eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Werk Wim Wenders.
Fotos:
Dennis Hopper in „Der amerikanische Freund“ von Wim Wenders
© 1977 Road Movies Filmproduktion. Mit freundlicher Genehmigung der Wim Wenders Stiftung
Info:
W.I.M. Im Lauf der Zeit Eine Wim Wenders Ausstellung 11. März bis 18. Oktober 2026 im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main
Kurator*innen: Hans-Peter Reichmann und Isabelle Louise Bastian
Quelle: dff