Jahresempfang 2026 der IHK Frankfurt am Main im Zeichen der Deregulierung, Teil 1/2
Redaktion
Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Rund 1.500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft der Metropolregion FrankfurtRheinMain kamen zum Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main.
In seiner Ansprache rief Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main, dazu auf, die Belange der Wirtschaft stärker in den politischen Entscheidungen von den Städten und Gemeinden bis hin zur EU zu berücksichtigen, um mehr Wirtschaftswachstum zu ermöglichen. Politik und Gesellschaft sollten sich von einer „Vollkasko-Mentalität“ trennen, in der ein alle umsorgender Staat seine Bürger und die Unternehmen vor allen Risiken in Schutz nehme. Caspar: „Nötig ist mehr Freiheit in Eigenverantwortung. Unsere wichtigste Forderung ist deshalb der Abbau von Überregulierung – in der Region FrankfurtRheinMain genauso wie in Hessen, Deutschland und in der EU.“ Deregulierung wünschten sich alle Branchen: Industrie und Handel, Banken und Versicherungen sowie alle weiteren Dienstleistungen wie etwa die Gastronomie und Hotellerie.
„Unser zweiter Wunsch zielt auf mehr und bessere digitale und verkehrliche Infrastruktur. Wir wollen unsere Stärke als Digitalhauptstadt Europas festigen, um die Märkte der Zukunft zu erschließen. Und wir brauchen den Ausbau und die Modernisierung der Verkehrswege für alle Verkehrsträger, damit Beschäftigte, Kunden, Lieferanten und Touristen schneller zu ihren Zielen kommen. Damit einhergehen sollte ein Ende der Benachteiligung des Auto- und Lkw-Verkehrs in einigen Städten“, sagte Ulrich Caspar.
Präsident Caspar verwies darauf, dass Deutschland und insbesondere die Metropolregion immer noch ein hochattraktiver Standort sei. Nicht zuletzt Frankfurt als europäischer Finanzplatz genieße weltweit ein hohes Renommee. Aber auch die Kreativwirtschaft der Mainmetropole könne im globalen Vergleich absolut an der Spitze mitspielen. „Vielleicht sollten wir dann und wann einmal unsere Frankfurter Zurückhaltung überwinden und offensiver in die Welt hinaustragen, wie gut es eigentlich ist, hier zu leben und zu wirtschaften. Auch wenn Frankfurt zu den kleinsten Weltmetropolen zählt, können wir mit Fug und Recht behaupten, Frankfurt und die Region bilden eine großartige Weltmetropole.“
Boris Rhein, Ministerpräsident des Landes Hessen, sagte in seinem Grußwort: „Die Zahlen zeigen es: Die IHK Frankfurt ist Herzkammer der hessischen Wirtschaft und vorbildliches Beispiel für unsere starke Wirtschaftskraft. Seit Jahrzehnten sind hessische Unternehmen Wachstumsmotor für ganz Deutschland. Doch die Zeit der Komfortzonen ist vorbei: Wir erleben eine Wiederkehr von Krisen und Kriegen, einen veritablen Zoll- und Handelskonflikt und große Transformationsprozesse. Um das wirtschaftliche Wachstum in diesen turbulenten Zeiten wieder anzukurbeln, müssen wir Deutschland resilienter und souveräner machen. Mit dem Booster für mehr Wachstum und Beschäftigung auf Bundesebene, der größten Investitionsoffensive in der Geschichte Hessens und unserem hessischen Bürokratieabbaugesetz sind die ersten Schritte dazu gemacht. Wenn wir unsere Chancen gemeinsam nutzen und uns auf unsere Stärken besinnen, gelingt uns in 2026 die Rückkehr auf den Wachstumspfad und zu neuer Wettbewerbsfähigkeit.“
Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, erklärte: „Die Frankfurter Wirtschaft geht mit Zuversicht in das neue Jahr 2026. Ich bin immer wieder beeindruckt von dem Engagement und der Kreativität der Unternehmer. Ich danke der IHK und allen engagierten Unternehmern und Unternehmerinnen die unsere Stadt stetig nach vorn bringen.“ Josef betonte: „Wir haben ein aufregendes Jahr vor uns: Im Frankfurter Westen stehen mit den Projektstarts von Sanofi und Vulcan Energy wahre Leuchtturmprojekte an. Außerdem eröffnen wir das neue Terminal 3 am Flughafen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist noch einmal auf 651.000 Personen gestiegen. Die Messe Frankfurt wächst weiter international aber vor allem am Heimstandort in unserer Stadt. Die Frankfurter Wirtschaft ist weiterhin ungebrochen stark und entwickelt sich. Der heutige Abend stimmt mich optimistisch, dass diese Entwicklung so weitergeht. Die Potenziale in der Region sind riesig, lassen Sie sie uns gemeinsam nutzen.“
Foto:
(v.l.) Dr. Clemens Christmann (Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main), Boris Rhein (Ministerpräsident des Landes Hessen), Ulrich Caspar (Präsident der IHK Frankfurt am Main), Mike Josef (Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main)
©IHK/Martin Joppen