milosBühnencollage für drei Menschen und eine Künstliche Intelligenz am 12. Februar in Frankfurt am Main

Redaktion

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - In der jüdischen Kabbala verwurzelt, erzählt die Golem-Legende von einem menschenähnlichen Wesen, das aus lebloser Materie, meist Ton oder Lehm, geschaffen wird. Der Golem wird durch mystische Rituale und die Rezitation heiliger Texte zum Leben erweckt, oft mit dem Ziel, seinen Schöpfer zu beschützen oder bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Am bekanntesten ist der Prager Golem, aber auch aus Cholm/Chełm (heute Polen) oder Wilna/Vilnius (heute Litauen) sind Varianten der Legende überliefert. In der Literatur, auf der Kinoleinwand und auf der Bühne hat der Golem über die Jahrhunderte hinweg als Symbol für die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf, Macht und Verantwortung gedient.

Diese Geschichte wird in der Bühnencollage golem.ai neu erzählt: Literarische Texte aus sechs Ländern und drei Jahrhunderten – von romantischen bis zu modernen Stimmen – verweben sich zu einem vielschichtigen Dialog über Schöpfung und Verantwortung, Macht und Ohnmacht.

Dargeboten werden die Texte als szenische Lesung von dem Schauspieler und Synchronsprecher Wolfgang Wagner und der Schauspielerin Katharina Groth. Der Klangkünstler und Elektronikmusiker Wolfram Spyra bettet mit Steel Cello und Keyboards das Bühnengeschehen in atmosphärische, meditative Soundlandschaften ein. Die Künstliche Intelligenz Aleph tritt als Akteurin hinzu und philosophiert über die Möglichkeiten, Gefahren und Grenzen des Maschinengeistes. Das eröffnet eine brisante Perspektive: Was bedeutet Menschsein in einer Zeit, in der Maschinen zu denken scheinen? Dieser Teil der Collage basiert auf authentischen Chats mit aktuellen Sprachmodellen und schlägt die Brücke zwischen der Golem-Legende und den Technologien der Zukunft.

Foto: 
© Deutsches Kulturforum östliches Europa; Rechts: Grafik von Anna Dejewska-Herzberg unter Verwendung eines Motivs von Hugo Steiner-Prag und von KI-gestützten Tools.
Links: Katharina Groth, Wolfgang Wagner und Wolfram Spyra bei der Premiere von golem.ai auf dem Jüdischen Kulturschiff MS Goldberg (Berlin); Foto: Vera Schneider

Info:
golem.ai: Von der Zeitlosigkeit einer alten jüdischen Legende
Bühnencollage für drei Menschen und eine Künstliche Intelligenz
Donnerstag, 12. Februar 2026, 19 Uhr
Jüdisches Museum Frankfurt
Bertha-Pappenheim-Platz 1
60311 Frankfurt am Main
Tickets
10 €/ermäßigt 5 €, Buchung vorab online oder am Ticketschalter des Museums, Restkarten an der Abendkasse

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Frankfurt.
Zum Trailer auf YouTube: https://www.youtube.com/shorts/zpgryM6yfhk